Lesung

Zum 75. Geburtstag von Gert Hofmann (1931-1993)

Gert Hofmann ist einer der meistübersetzten deutschen Gegenwartsschriftsteller
Gast: Eva Hofmann
Sie liest aus dem 2005 bei HANSER in der Edition Akzente erschienenen "Zur Phänomenologie des Snobs", einer Sammlung bisher unveröffentlichter Texte Gert Hofmanns

Gert Hofmann wurde 1931 in Limbach / Sachsen geboren. Nach dem Studium in Leipzig und Freiburg lehrte er an mehreren Universitäten im Ausland Literaturwissenschaft, bis er sich als freier Autor in Erding bei München niederließ. Vier Wochen nach Abgabe des Manuskripts für seinen letzten Roman Die kleine Stechardin starb Gert Hofmann 1993 in Erding. Gert Hofmanns literarisches Werk besteht zum einen aus einer Vielzahl von Hörspielen und einigen Theaterstücken, die seit Beginn der Sechzigerjahre entstanden. Ab 1979 veröffentlichte der Autor dann eine Reihe von Erzählungen und Romanen, die ihn einer breiteren literarischen Öffentlichkeit bekannt machten. Während in Hofmanns Hörspielen Sprach- und Gesellschaftskritik im Vordergrund standen, schildert er in seinen Prosawerken, die von manchen Kritikern mit denen Thomas Bernhards verglichen worden sind, mit Vorliebe seelisch und körperlich beschädigte Protagonisten in einer unheimlichen, grausamen Welt. Wichtige, wiederkehrende Themen in Hofmanns Werken sind das Problem der verdrängten deutschen Vergangenheit und die grotesken Folgen dieser Verdrängung.

Gert Hofmann, der seit 1987 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt war, erhielt u. a. folgende Auszeichnungen: 1979 den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt, 1982 den Alfred-Döblin-Preis, 1983 den Hörspielpreis der Kriegsblinden sowie 1993 den Literaturpreis der Stadt München.

".. Erzählerstimme oder -stimmen erzählen die ganze Welt - alles geht hervor aus dem Aufruhr, der Genauigkeit, der Unmittelbarkeit von Hofmanns Stimmen" (Christopher Middleton)

"...sein Mitleid besteht in diesem Einfühlungsvermögen, das sich jedoch nirgends an der Oberfläche zeigen darf. Das wäre nur Ablenkung vom Wesentlichen und ein Verfallen in Sentimentalität."(Michael Hamburger)

Prosa aus dem Nachlass Gert Hofmanns, rezensiert vonWolfgang Schneider in: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/445825/

Zur Phänomenologie des Snobs, Edition Akzente, HANSER, München 2005, ISBN 3-446-20613-2

Mittwoch, 8.02.2006, 20:00 Uhr, ACC
Eintritt: 3 EUR/erm. 2 EUR