Reden über - Berichten von

Laura Wilfinger, Weimar (M.A., Doktorandin der Literaturwissenschaft an der Universität Tübingen)

'Wer die Wahrheit spricht, muß immer ein gesatteltes Pferd bereithalten':
Der Dichter und Menschenfreund Armin T. Wegner (1886 bis 1978) oder Warum ein Ankläger verstummte.

"Wer kennt Armin T. Wegner?", fragte Walter Jens 1983 am Gedenktag der Bücherverbrennung. Manch einem mag ein expressionistischer Lyriker dieses Namens einfallen. Ein anderer erinnert sich vielleicht auch an eines der bunten Reisebücher, erschienen Ende der zwanziger Jahre, in denen Armin T. Wegner von seinen Orientfahrten berichtet: mit dem Motorrad von Bagdad nach Kairo, beispielsweise. Nach dem Krieg verschwindet Wegner aus dem Gedächtnis der deutschen Leserschaft. Er liest seinen eigenen Namen auf einer Gedenktafel für die im Exil verstorbenen Dichter. Der Vortrag widmet sich einem deutschen Dichter und Intellektuellen, von dem mehr im Gedächtnis bleiben sollte als sein mutiges Sendschreiben an Hitler im April 1933. Etwa die Berichte eines Pazifisten als Sanitätssoldat im Ersten Weltkrieg. Sein Zeugnis vom Völkermord an den Armeniern. Oder seine "Lagerbücher", bisher unveröffentlichte Tagebuchnotizen aus dem KZ. In einzelnen Stationen aus seinem langen Leben wird ein vielseitiger Schriftsteller vorgestellt, ein passionierter Menschenfreund und unglücklicher Patriot.

Mittwoch, 02.06.2004, 20:00 Uhr, ACC
Eintritt: frei!