Thüringer Literatur- und Autorentage

Weimar: Jörn Luther liest aus seinen Werken
'ab & zu möchte ich was ganz anderes'

Lesungen in Thüringer Partnerstädten
Veranstalter: Literarische Gesellschaft Thüringen e. V. in Zusammenarbeit mit dem ACC

Freitag, 04.06.2004, 21:00 Uhr, ACC
Eintritt: frei!

Jörn Luther 1966 in Weimar geboren, dort aufgewachsen; Schulbesuch bis zur zehnten Klasse; 1982-84 Zootechniker-Lehre in Gotha; danach verschiedene Tätigkeiten als Möbelpacker, Lagerarbeiter, Paket-zusteller, Beifahrer, Heizer u. a.; 1992 Abitur in Weimar, anschließend Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte in Jena, Halle und Berlin; organisierte 1994-97 (mit Frank Willmann) die Treffen I-IV junger deutscher Autoren in Thüringen (Anthologien dazu im Krash-Verlag Köln) und 1997-98 die Berliner Literaturveranstaltung "Sklavenmarkt", © Hagen Keller ebenso verschiedene Poetry-Slams; lebt in Berlin.

Veröffentlichungen: lirum larum, Berlin 1990; über dem kaukasus lag dein blauer - ein hannsheinzewersroman, mit Frank Willmann, Köln 1992; der roman der sechs, mit Nini Flick, Dietmar Pokoyski, Enno Stahl, Frank Willmann, Köln 1996; SAG MAL A, Rudolstadt 1996; Ab & zu möchte ich was ganz anderes, Berlin 1997; 9 märchen, die bengta bischoff nicht schrieb, Halle/S. 1998; Und niemals vergessen - Eisern Union!, Sachbuch, mit Frank Willmann, Berlin 2000; Die Idioten, mit Frank Willmann, Mainz 2002, 9 mal 3 ist 66. Ein blödsinniger Gesang auf den ebenfalls blödsinnigen Weltuntergang, Berlin 2002; BFC Dynamo - Der Meisterclub, Sachbuch, mit Frank Willmann, Berlin 2003.

Textprobe: ab und zu möchte ich was ganz anderes als alles was sich heute nennt was sich hier nennt was sich nennt und es kann vielleicht ein bißchen ddr sein graue häuser und straßen diese traurigen landschaften drinnen und draußen jaja das ist der lockruf der ödnis meine heimat ist mein kleinklein und angelika unterlauf war allemal besser und sehr viel schlechter als sabine christiansen oder was bin ich jedenfalls was anderes als eben nur ein produkt dieser gesellschaft meine heimat ist mein konsum da war ein nichts nichts gabs und das war doch wenigstens was ich will auch nicht über probleme reden sondern einfach ficken ddr-einfach ficken ohne was drumrum auf und ab und auf und ab und von mir aus überall ein trabant das ist dein bester freund jeder kennt jeden der jede leere füllt mit leere oder reden vom ficken einfach ficken wie in der ddr könnte so schön sein oder was ganz anderes ich werde auch immer älter und älter im auf und ab mit diesem einmaligen blick auf die bundesrepublik kann ich über alles reden was es heute nicht gibt oder eben doch gibt das ist das produkt der gesellschaft in der man zappelt wie ein fisch im trocknen oder im nassen oder was ganz anderem hallo ich war ein centrum-warenhaus ohne was drin hallo hallo ich bin ein zentrum ohne was drumrum aber was soll das was zwischen den zeilen steht leere und natürlich alles was ich möchte ist eine ddr-schlagersüßtafel und ein bißchen begrüßungsgeld jeden morgen oder was ganz anderes: das ist alles