15 jahre acc

Keep it Rocking, Boys - 15 Jahre ACC

Ein Symposium anlässlich des 15jährigen ACC-Bestehens.

Das letzte Wort

Das ACC ist in seiner pubertären Phase. Und versucht, dem verpflichtenden Satz des Kirchengeschichtlers Dr. Herbert von Hintzenstern, "Im ACC wird die Achse der Weltkultur geschmiedet", gerecht zu werden. Sein Atelierprogramm wird sich weltweit öffnen. Seine Herberge, der Burgplatz 1, ist nun - nach einigen Kinderkrankheiten - nicht nur ein Ritter-, Renaissance- und Freihaus, sondern auch in Gänze ein offenes, ein aufgeschlossenes Haus, das Kunst und Kultur, Gastronomie sowie einige Büros, ein Archiv/Lager und eine Werkstatt mit der Möglichkeit des Tagens und Wohnens kombiniert. Denn eine Gästewohnung mit separatem Gästezimmer in der 3. Etage (siehe Bilderinsel rechts), die sich auch als ungestörter Ort für Meetings und kleinere Veranstaltungen bewehrt hat, konnten wir am 13. Dezember anlässlich unseres 15jährigen Bestehens (die Bilderinsel streift kommentarlos einige Höhepunkte, an die sich die/der eine oder andere erinnern mag) mit einer Lesung des Schauspielers Peter Rauch eröffnen. Im Übrigen lag unsere "Festung des Schöngeistes" bereits für die Amtsgeschäfte Goethes sehr bequem, der sich 1776, wie Wieland an Merck in Darmstadt schrieb, ein Haus gemietet hat, "…und das macht ihm großen Spaß, dass er mit seinem Philipp ganz allein sich im Notfall etliche Tage gegen ein ganzes Corps darin wehren könnte". Und sind Goethes "…Wohnungen nicht Stätten der Humanität? Kaum einer, dem nicht von hier aus formende Kräfte zuströmen, die wir heute weniger denn je entbehren können" stellt Ludwig Bäte in seinem Buch "Weimar - Antlitz einer Stadt" fest. Auch wenn Sie kein Ritter, Beamter oder Künstler sind und diese Kräfte auf sich wirken lassen möchten, sind Sie - insofern Sie einige Zeit in Weimar verbringen möchten - bei uns an der richtigen Adresse. Tausend Dank an unsere Gäste, die "Unabhängigen" wie jene aus Verein und Förderkreis, und vor allem an die Referenten unseres Symposiums "Keep it Rocking, Boys", die anlässlich unseres Jubiläums die Gunst der Stunde nutzten, um unserem Publikum eindringlich die Gefühlswelt des Schriftsetzers Emil Ulbrich, die Partituren des Joseph Haydn, die Vorgänge im Otto-Motor oder die Punk-, New Wave- und Hip-Hop-Szene der DDR näher zu bringen. Und Ihnen, unseren Leserinnen, Lesern und Gästen danken wir für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung und wünschen Ihnen einen überwältigenden Weihnachtsmann (denn nicht Geiz, sondern Geist ist geil) und ein kulturgeschwängertes 2004.

Kerry Gray, 1991, ACC. Keep it Rocking, Boys
Kerry Gray, 1991, ACC. Keep it Rocking, Boys

Seit 15 Jahren ist das ACC öffentlich aktiv. Der erste Eintrag des ersten ACC-Gästebuches ist datiert auf den 14. Dezember 1988. Dem Weihnachtsliedersingen vor 15 Jahren folgten unzählige Veranstaltungen, kulturelle Eroberungen und 140 Ausstellungen. Zeit also für einen Turbodurchlauf mit einstweiligen Tiefenprüfungen, um das Passierte zu erforschen, damit das Ungetane erledigt werden kann. Ganz im Trend der Zeit nennen wir das Ganze Symposium "Keep it Rocking, Boys", nach einem Gemälde unserer schottischen Prinzessin Kerry Gray. Sven Loichen spricht über seine im ACC gemachten Entdeckungen in den Partituren des Joseph Haydn, Vereinsmitglied Conny Nuernbergk singt erstmalig zum Wohle ihres freien Trägers, Peter Rauch liest aus den im ACC gefundenen und im Bleisatz verfassten Briefen des Schriftsetzers und ehemaligen Hausbewohners Emil Ulbrich, Anselm Graubner äußert sich im Vortrag "Was leistet und was kostet Kultur?" zu den Möglichkeiten und Grenzen der Einführung einer Kosten- und Leistungsrechnung in einem Kulturbetrieb, David Mannstein erläutert unter dem Motto "Das Prinzip ist einfach" den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik anhand der Vorgänge im Ottomotor (Vorkenntnisse sind nicht erforderlich!), Claus Bach erläutert mit seinem Referat "Anarchie im Treibhaus" die Punk, New Wave, Hip Hop-independent-Szene in der DDR 1980-1990, Frank Motz prüft mit 140 Diapositiven, ob das ACC seine Möglichkeiten immer ausgeschöpft hat, anders als es Fließbandarbeiterinnen, Tankstellenwarten, Gastronomen, Heizungsmonteuren oder Kassierinnen möglich ist, gesellschaftliche Fragen aufzuwerfen, die über den Alltag in der postindustriellen Konsumgesellschaft hinausgehen. Überraschungsfilme, Diakurzvorträge (evt. über Leuna) musikalische und literarische Beiträge bei Kaffee und Kuchen lassen den Nachmittag zum Abend werden, wenn die Kölner Gang um Cornel Wachter, der an diesem Tag auch durch seine Ausstellung führt, das Zepter übernimmt, um ins Jubiläum hinein zu feiern.

Keep it Rocking, Boys Ein Symposium anlässlich des 15jährigen ACC-Bestehens Sonnabend, 13.12.2003, ab 13 Uhr, ACC Mit herzlicher Einladung das Programm:

  • 14 Uhr: Führung durch die Ausstellung Geist ist geil mit Cornel Wachter
  • 15 Uhr: Vespersingen mit Conny Nuernbergk
  • 16 Uhr: Kaffee und Kuchen + Diakurzvortrag von Frank Motz, der prüft mit 140 Diapositiven, ob das ACC seine Möglichkeiten immer ausgeschöpft hat
  • 16.30 Uhr: Peter Rauch liest aus den im ACC gefundenen und im Bleisatz verfassten Briefen des Schriftsetzers und ehemaligen Hausbewohners Emil Ulbrich
  • 17 Uhr: Musikalisches Zwischenspiel mit Sven Loichen und Oliver Räumelt, Akkordeon. Sven Loichen spricht über seine im ACC gemachten Entdeckungen in den Partituren des Joseph Haydn
  • 18 Uhr: David Mannstein erläutert unter dem Motto "Das Prinzip ist einfach" den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik anhand der Vorgänge im Ottomotor (Keine Vorkenntnisse erforderlich)
  • 18.30 Uhr: Anselm Graubner äußert sich im Vortrag "Was leistet und was kostet Kultur?" zu den Möglichkeiten und Grenzen der Einführung einer Kosten- und Leistungsrechnung in einem Kulturbetrieb
  • 19 Uhr: Claus Bach erläutert mit "Anarchie im Treibhaus" die Punk, New Wave, Hip Hop-independent-Szene in der DDR 1980-1990.
Weitere Beitragsangebote bitte anmelden: T 258819. Leiste jeder nach seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten seinen Beitrag. plus: Überraschungsfilme

ab 21 Uhr: Kölscher Abend mit kölschem Bier, kölschen Spezialitäten, kölscher Musik