orientale2: SYMPOSIUM 2001

Multiple Postsowjet-Identitäten.

Symposium zur politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Situation in zentralasiatischen Republiken. ACC Galerie Weimar, 5. und 6. Oktober 2001

In der Vorbereitung der Mailing-Aktionen für dieses Symposium wurden wir von den Meldungen über die Terrorakte auf New York und Washington unterbrochen. Noch immer sprachlos und entsetzt möchten wir trotz dieser furchtbaren Ereignisse zu unserer schon seit langem geplanten Tagung "orientale 2. Multiple Postsowjet-Identitäten. Zur politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Situation in zentralasiatischen Republiken." am 5. und 6. Oktober 2001 einladen.

Die Republiken Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan sind geprägt von einer jahrtausendealten faszinierenden Kultur, den an der Seidenstraße gelegenen Handelszentren sowie großartigen Landschaften. Heute, nach dem Zerfall des sozialistischen Gesellschaftssystems, sehen sie sich mit Schwierigkeiten konfrontiert, deren wirkliche Ausmaße in Westeuropa kaum bekannt sind und selten dokumentiert werden. Das sind u.a. der Wegfall sozialer Absicherung, geringes Wirtschaftswachstum, Grenzkonflikte, Backlash in der Gleichberechtigung der Frau, Forderungen ethnischer Minderheiten und Umweltprobleme. Ziel der interdisziplinären Tagung ist es, die Lage in diesen Ländern, die jetzt ihre zehnjährige Unabhängigkeit feiern, zu analysieren und Verknüpfungen zwischen Politik, Wirtschaft, Religion, Tradition und Kultur einem größeren Publikumskreis transparent zu machen. Als anerkanntes Kunstzentrum in Weimar interessiert das ACC dabei besonders die Rolle der Künstler, ihr Umgang mit den reichhaltigen kulturellen Traditionen sowie die Art und Weise der aktuellen Kunstproduktion. Es gilt, prägnante Themen und Fragestellungen herauszufiltern, die eine weiterführende Diskussion anregen. Die Tagung soll in einer Ausstellung in der ACC Galerie im Sommer 2002 eine inhaltliche Fortsetzung finden, die künstlerische Positionen in einem internationalen Dialog vorstellen wird. Andrea Dietrich und Birgit Rauschenbach

Programm

Freitag, 5. Oktober

Beginn: 14.30 Uhr.
Grußworte: Murat Atanov, Generalkonsul der Republik Kasachstan; Dr. Apas Dschumagulov, Botschafter der Kirgisischen Republik; Dr. Vladimir Norov, Botschafter der Republik Usbekistan. Eröffnung und Informationen zum Tagungsablauf Andrea Dietrich und Birgit Rauschenbach - Projektleitung.

15.15 - 16.00 Uhr
Zehn Jahre danach - Hoffnung und Enttäuschung in den unabhängig gewordenen Staaten Zentralasiens Referent: Dr. Uwe Halbach, Berlin, Politikwissenschaftler 16.00 Uhr - 16.15 Uhr Pause

16.15 -17.45 Uhr
Workshop 1. Thema: Islam, Re-Islamisierung, Islamismus - Zur religiösen Situation in Zentralasien Referent: Prof. Dr. Jürgen Paul, Halle, Islamwissenschaftler. Moderation: Birgit Rauschenbach Workshop 2. Thema: Usbekische Stickereien - Zur Bedeutung der Ornamente im Spiegel der Märchen Referent: Dr. Jakob Taube, Leipzig, Archäologe. Moderation: Andrea Dietrich 17.45 - 18.00 Uhr Pause

18.00 bis 18.30 Uhr Zusammenfassung der Ergebnisse
18.45 - 19.45 Uhr Gemeinsames Abendessen
20 Uhr Kino zum Thema im Kommunalen Kino "mon ami", "Das Lied vom jungen Akkordeonspieler", Kasachstan 1994, Regie: Satybaldy Narymbetov

Sonnabend, 6. Oktober

10.45 - 11.00 Uhr
Informationen zum Tagungsablauf. Andrea Dietrich und Birgit Rauschenbach - Projektleitung

11.00 - 12.30 Uhr
Workshop 3, Thema: Naturschutz, Nomaden und nachhaltige Entwicklung in Kirgistan. Referent: Stephan Dömpke, Berlin, Ethnologe. Moderation: Andrea Dietrich Workshop 4, Thema: Postsowjetische Patchworkidentitäten - Rollenmodelle und Selbstkonzepte usbekischer Frauen. Referentin: Caroline Antonia Wilcke, Berlin, Turkologin. Moderation: Birgit Rauschenbach 12.30 - 13.30 Uhr Gemeinsames Mittagessen

13.30 - 15.00 Uhr
Workshop 5, Thema: Protocols of Actual Art-Myths of Kazakhstan and Central Asia - Zur Zeitgenössischen Kunst in Kasachstan und Zentralasien. Referentin: Julia Sorokina, Almaty, Kunsthistorikerin. Moderation: Andrea Dietrich Workshop 6, Thema: Das Gesicht eines Staates - Die Rolle der darstellenden Kunst in der Repräsentation zentralasiatischer Staaten am Beispiel von Usbekistan und Turkmenistan. Referent: Olaf Günther, Berlin. Moderation: Birgit Rauschenbach

15.30 - 16.00 Uhr Zusammenfassung der Ergebnisse und Abschluss

19 Uhr "Fest der Nationen" im Jugend- und Kulturzentrum "mon-ami" zum Ende der Interkulturellen Wochen in Weimar.

20 Uhr Kino zum Thema im Kommunalen Kino "mon ami"
"Beschkempir", Kirgistan/Frankreich 1998, Regie: Aktan Abdikalikov

Wir danken für die freundliche Unterstützung: Förderkreis der ACC Galerie, Stiftung West-Östliche Begegnungen, Ausländerbeauftragte der Stadt Weimar, Bauhaus-Universität Weimar, Fonds Soziokultur, Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen, Friedrich-Ebert-Stiftung Thürngen, Evangelische Akademie Thüringen. (Kontakte: Birgit Rauschenbach, Andrea Dietrich. ACC, Tel. 03643/851262, Fax 851263, artusa@web.de, info@acc-weimar.de.)