Petra Peter, Rotterdam/Weimar: Wasser ist zum Waschen da

Im Rahmen der Ausstellung "Atlantide", die in Siena im Palazzo delle Papesse am 29.4.2001 öffnet, werden zwei Installationen der Künstlerin Petra Peter aus der Reihe ihrer Arbeiten zum Thema Wasser zu sehen sein. Petra Peter ist Absolventin der Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Gestaltung, Freie Kunst (Diplom 1999 bei Prof. Liz Bachhuber und Dr. Gerd Schweppenhäuser) und Graduiertenstipendiatin der BUW. Sie lebt und arbeitet als freie Künstlerin in Weimar und Rotterdam. Die Präsentation ihrer Arbeiten innerhalb der Ausstellung

"Atlantide" in Siena wurde realisiert von dem Palazzo delle Papesse unter der Leitung des Kurators Sergio Risaliti in Zusammenarbeit mit der ACC Galerie Weimar und der Deutsch-Italienischen Gesellschaft in Thüringen. Die Installation "Wasser ist zum Waschen da" beschäftigt sich mit Themen wie Waschen, Körperhygiene, Reinheit, Kultur und Natur, Idealität und Realität, Individuum und Serie. Durch den Raum ziehen sich Wäscheleinen, bestückt mit weißer Wäsche, genäht aus weißem, transparentem, synthetisch zartem Feinstrumpfstoff. Die Wäschestücke symbolisieren piktogrammartig die Grundbeklei- dung von Mann und Frau: Unterhose, Unterhemd, Büstenhalter, Hose und Pullover. Direkt aus dem Boden ragen Metallstäbe, an deren Spitze hauchdünne, mattweiße Porzellanschalen befestigt sind. Die Schalen, entstanden aus Abdrücken des Körpers der Künstlerin, stellen Blütenkelche dar. Sie tragen eine individuelle Haut- struktur, die im Verfahren der Abgußtechnik beliebig oft reproduziert werden kann. In den Körrpergefäßen befindet sich Wasser. Wasser reinigt nicht nur in der äußeren Anwendung! Die beiden Teile der Installation werden bei der Ausstellung "Atlantide" zum ersten Mal getrennt voneinander gezeigt und in Räume gebracht, die bereits sehr stark vorbestimmt sind. So werden sich die Porzellanblumen in einem gruftartigen Kellergewölbe ausbreiten, weiß gleich Pflanzen, die das Tageslicht nicht kennen. Weit oben über den Dächern Sienas auf dem Altana des Palazzo bewegt sich die weiße Wäsche im Wind, nachts von unnatürlich weißem Kunstlicht angestrahlt und von den Straßen und Plätzen der Stadt als mystische Erscheinung wahrnehmbar. Im Innenhof des Palazzo Papesse zeigt die zweite Installation mit dem Titel "Inhaltsabgabe" auf dem Boden stehende alte, benutzte Plastikhaushaltsschüsseln. Sie unterscheiden sich in Form, Größe und Farbe und weisen individuelle Nutzungsspuren auf. Schüsseln, die in jedem Haushalt nur gebraucht werden, diesen aber mit ihrem Vorkommen als eine Art charakteristische Kollektion unverwechselbar machen. Die Inhalte dieser Schüsseln wurden in transparentem Kunststoff dupliziert. Über jedem Original schwebt das entsprechende Duplikat. Wasser tropft von den transparenten Inhalten in die originalen Inhalte.

Palazzo delle Papesse (Centro Arte Conteporanea), Via di città 126, I-53100 Siena. papesse@comune.siena.it