film: 'An einem Mittwoch in Weimar'

Dokumentarischer Spielfilm von Wolfram Moser und Heiner Sylvester. 90 min, 35 mm, 1999. Eine Amadeus Filmproduktion im Auftrag des MDR, in Zusammenarbeit mit arte und dem Goethe-Institut München, mit Mitteln der Mitteldeutschen Medienförderung, der Hamburger Filmförderung und MEDIA, Brüssel. MDR © 1999.

Der Film lässt Weimar aus der Sicht von fünf Personen sehen, die aus unterschiedlichsten Richtungen, Kulturen und Beweggründen hierher gekommen waren und auf der Suche sind. Jeder nach etwas Anderem. Lord Hoffmann ist einer von ihnen. Er ist ein großer Verehrer der deutschen Klassik und einer der obersten Richter Englands und sucht hier die Atmosphäre des deutschen Humanismus nachzuempfinden. Lord Hoffmannn war jener fünfte Lordrichter, der im Verfahren um die Immunität Pinochets das ausschlaggebende Votum gegen den chilenischen Ex-Diktator fällte. Seine Frau arbeitete bei amnesty international in London, was in England einen Riesenwirbel auslöste. Ein anderer ist Roberto Mazzarella, Journalist aus Palermo, der in Buchenwald unterwegs ist, um die letzten Tage im Leben von Otto Neururer zu recherchieren. Der Tiroler Pfarrer Neururer wurde 1940 in Buchenwald umgebracht und 1997 vom Vatikan selig gesprochen. Roberto Mazzarella ist neben seiner journalistischen Tätigkeit Koordinator der Partei der Antimafia-Bewegung "La Rete" (das Netz) und einer ihrer Exponenten. Georgij Iwaschenko, der in Weimar als sowjetischer Offizier stationiert war und hier (wie er sagt) die schönste Zeit seines Lebens verbrachte, lebt heute in Kaliningrad und ist nach Weimar gekommen, um sich einen Traum zu erfüllen und noch einmal die Stätten seines früheren Wirkens aufzusuchen. Zu Beginn aber sieht man Hélène Dorigny aus Reims, die in Weimar mit ihrem Heißluftballon eher unfreiwillig landet, da sie zum Weiterflug dringend Gas tanken muss. Sie hatte sich zuammen mit ihrem Mann Alain zu einem Erinnerunsflug über die ehemalige innerdeutsche Grenze aufgemacht. Diese Fünf erleben Weimar auf verschiedenste Weise als einen europäischen Ort, der sie am Ende in seinem ursprünglichen, humanistischen Geist zusammenführt.

Mittwoch, 20.9., bis Sonnabend, 23.9., täglich 20 Uhr, e-werk weimar. Eintritt: 9 DM / 7 DM (Tel. 03643/851261-62)

Collage aus Filmstills von 'An einem Mittwoch in Weimar', Peter Mende