plus: zur Ausstellung Landscape

1. plus: 1 Künstler der Ausstellung Landscape im ACC

Noch ist nicht klar, welcher der 20 britischen Künstler anreist und uns "seine" Art, Landschaft zu charakterisieren, noch näherbringt, als es die derzeitige ACC Ausstellung Landscape schon tut. Louise Wright, Organisatorin bei The British Council, und Ann Gallagher, die Kuratorin der Ausstellung, bemühen sich intensiv, einen der 20 Künstler zu finden, der noch während der ACC Ausstellung (zu sehen bis 2.4.2000) die Möglichkeit hat, nach Weimar zu kommen und über sich und seine Arbeit anhand seiner ausgestellten Werke zu erzählen. Einer der Gefragten ist Ross Sinclair. In seinem Video "The Sound of Young Scotland" sieht man ihn vor einer sehr realen schottischen Postkartenlandschaft, an die er Loblieder singt, um ihr das verbliebene "Echte" abzugewinnen, und dabei dem Betrachter beständig den Rücken zukehrt, einer der Gründe, neugierig auf ihn zu sein. "Bob and Roberta Smith", der Künstler, der eigentlich Patrick Brill heißt, aber glaubt, mit seinem Künstlernamen mehr Aufmerksamkeit zu erregen und sich deswegen umbenannte - ebenfalls Wunschkandidat. Ein Grund zur Neugierde auf mehr Info: die Ausstellung Landscape "hat" den arglosen Betrachter schon beim zweiten Hinsehen. Früher oder später geht man ihr und ihren Künstlern auf den Leim. Termin für plus (zwischen 16.3.und 28.3.2000): im ACC ausliegende Informationen und die Veröffentlichungen der Presse beachten. Wir bitten um Ihr Verständnis!

2. plus: Der Film "London" von Patrick Keiller

GB 1994. 84 min. 35 mm. Dokumentarfiktion. Regie, Buch, Kamera: Patrick Keiller. Omdt.U. (im Katalog zur Ausstellung "Landscape" ist der Text "Popular Science" des britischen Filmemachers veröffentlicht). LONDON ist ein neues Portrait einer Hauptstadt. London ist ein Film über eine Stadt im Niedergang, und über die Ursachen für diesen Niedergang, die in Kultur und Politik zu suchen sind. Gedreht über eine Periode von 12 Monaten, die die Wiederwahl des John Major zum Premierminister, erneute Bombenanschläge der IRA, Englands Rückzug aus dem europäischen Währungssystem und den "Fall des Hauses Windsor" erlebt, das alles kombiniert zu einem fiktiven, dokumentarischen Tagebuch des Jahres 1992, das den äußeren Rahmen des Films bildet, erzählt von einem unsichtbaren, namenlosen Sprecher. Er ist Freund, Chronist (und ehemaliger Liebhaber) des zurückgezogen lebenden Robinson, ebenfalls im Film nicht sichtbar, und soll ihm bei seiner Studie über das "Problem London" assistieren. Absicht des Films war es, London zu zeigen, wie es ist, aber auch die Stadt zu rekonstruieren und ein neues imaginäres Bild zu entwerfen. "Die wahre Identität Londons besteht im Fehlen einer Identität. London existiert als Stadt nicht mehr. Diese Tatsache ist der einzig moderne Aspekt: London ist die erste Metropole, die verschwand." (Patrick Keiller, 1994)

Mittwoch, 29.3.2000, 17 Uhr, Kommunales Kino, mon ami. Patrick Keiller: Architekt bis 1979. Studierte dann am Royal College of Art (Abt. Environmental Media) und begann, Filme zu machen. Lebt in London. Unterrichtet Kunst und Architektur.