plus: Vortrag zur Ausstellung Landscape

Einführung in die Ausstellung: Ann Gallagher, Kuratorin Der Untergang der Landschaftsmalerei wurde oft prophezeit. Nun hat die Landschaftsdarstellung auch die Kunst des 20. Jahrhunderts, dessen wichtigste Tendenzen sie als stets wiederkehrendes Thema durchkreuzte, überdauert. Ann Gallagher (The British Council), Kuratorin der ab 12.2.00 im ACC zu sehenden Ausstellung Landscape, untersuchte das anhaltende Interesse zeitgenössischer britischer Künstler an der Fülle und Vielschichtigkeit des traditionellen Genres Landschaft in der Kunst. Veränderte Wahrnehmungen der Natur und ein zunehmendes Bewusstsein für thematische Annäherungen über die europäische Tradition hinaus führten zu einer Erweiterung des Landschaftsbegriffs und des Landschaftsgenres. Jenseits des traditionellen Ansatzes, des topografischen Blicks, der ländlichen Szene und ihrer Idealisierung entstanden städtische Szenarien und fiktive Landschaftsdarstellungen. Gleichzeitig erweiterten sich unter dem Einfluss der jüngsten Kunstbewegungen des 20. Jahrhunderts die Darstellungsmöglichkeiten dieses Genres, dessen Ursprünge - die Höhlengemälde von Lascaux oder die pastoralen Szenen in der hellenistischen oder römischen Kunst - lange als bloße Dekoration abgetan wurden. Am Vorabend der Eröffnung stellt Ann Gallagher die zur Teilnahme an der Ausstellung ausgewählten Künstler und ihre Werke vor, nicht ohne im Intermezzo einen kurzen Ausflug in die Geschichte der Landschaftsmalerei zu wagen. Denn schon immer wurde das Verhältnis zu unserer Umwelt beständig von der zeitgenössischen künstlerischen Produktion reflektiert, sei es nun in den traditionellen Juwelen der Landschaftsästhetik aus der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, sei es bei Friedrich, Constable, Turner oder Cezanne, bei Land Art- oder Earthwork-Künstlern wie Walter de Maria und Robert Smithson oder bei Gerhard Richter. Ein Diavortrag (in deutsch) als Schlüsel zur Ausstellung.

Donnerstag, 10.2.2000, 21 Uhr, ACC Galerie. Eintritt frei!