plus zur ausstellung 108
Egon Zimpel/Erfurt, Maler, Grafiker, Filmer
2 Künstlerische Dokumentarfilme
'Die Farben des Windes' und 'Poesie der Legenden'

Zur Ergänzung einiger, jeweils aktueller Ausstellungen fragen wir die ausstellenden Künstler, ob sie bereit sind, mehr über sich und ihr Werk in einer öffentlichen Veranstaltung zu berichten. Im November hat sich Egon Zimpel dazu bereit erklärt. Der Erfurter Künstler zeigt in der jetzigen ACC-Ausstellung "De Invasion der siebenhäutigen Königin" mit "Aufstieg und Fall der Moderne, Teil IV" eine fiktive Gartenzwergsammlung, bearbeitet in der Handschrift bedeutender Künstler. Von Egon Zimpel konnten wir erfahren, dass er sich außerordentlich für die Zeugnisse früher Kulturen interessiert und diesem Interesse konsequent nachgeht. Er sucht und zeigt die Dokumente früher Epochen der Menschheitsgeschichte. Seine Aussage, die er in diesen beiden von ihm recherchierten und gedrehten Dokumentarfilmen manifestiert und vertritt: die Menschen prähistorischer Zeiten standen auf einer viel höheren Kulturstufe, als man bisher angenommen hat. Die Dokumentarfilme dazu sind Langzeitprojekte, entstanden von 1992 bis 1999. "Die Farben des Windes" (Porträt einer Landschaft: Sahara): Egon Zimpel durchquerte zwischen 1992 und 1997 mehrfach die Sahara, stets zu Fuß, oft allein. Sein Weg führte ihn immer wieder zu ältesten Kulturen und deren Zeugnissen, prähistorischen Steingravuren und Felsmalereien. Wissenschaftler gehen davon aus, dass jene Region einst mit zu den dichtbesiedelsten der damaligen Welt gehörte. "Poesie der Legenden" (Film über die Weitergabe von Kultur bei schriftlosen Völkern): 1995 reiste der Autor erstmals zu den bisher ältesten, geborgenen Kulturschätzen Südamerikas in die Serra da Capivara (Brasilien). 1999 in Fortführung dieser Reise fuhr er in den Norden Perus zu uralten spirituellen Orten, die weder von den Inkas noch von den Spaniern je entdeckt und somit nie verwüstet wurden. Der Film versucht nachzuzeichnen, dass jene frühen Völker einst zwar keine eigene Schrift, dafür eine reiche, detaillierte und hochentwickelte Bildersprache besaßen.

Donnerstag, 18.11.99, 21 Uhr, ACC Galerie. Eintritt frei!.