ACC Wieland Paket.

ACC-Wieland-Paket: Das ACC nimmt das Goethe-Jahr 1999 zum Anlass, eine lebendige Verbindung zu Christoph Martin Wieland, dem großen fruchtbaren Dichter und Vorausdenker, literarischen Pionier und deutschen Voltaire, herzustellen. Das Lesekabinett Goethe-Ruheraum, die Wiederaufführung der Oper Alceste, die Austragung des wielandbezogenen 5. Europäischen Atelierprogramms hautnah des ACC und der Stadt Weimar sowie eine Veranstaltungsreihe mit monatlichen Themenabenden zählen u.a. zum 99er ACC-Wieland-Paket.

Who the fuck is Wieland?

Nr. 6: Rüdiger Bender, Universität Erfurt: "Maskenspiele: Wielands Rolle(n) in der Philosophie."

Der Frage "Who the fuck is Wieland?" stellt sich zum monatlichen Rendezvous zwischen C.M.W. und dem wissbegierigen Publikum Rüdiger Bender und fügt zu den bisherigen Annäherungsversuchen einen philosophischen Mosaikstein. "Dieser Titel (Maskenspiele. Wielands Rolle(n) in der Philosophie" - Anm. d. Red.) ermöglicht, sowohl auf Wielands eigenen Beitrag zur Philosophiegeschichte (Stichwort: Diogenes, Epikuräismus und Stoa) einzugehen, als auch sein literarisches Werk als subversiven Eingriff in die philosophische Debatte zu lesen (Stichwort: Ästhetik der Existenz als Rettung der Ethik vor der normierungswütigen Moralphilosophie) und zudem die Schatten der Wirkung in der nachfolgenden Philosophie (Stichwort: beißende Kritik Nietzsches) daraufhin abzuklopfen, wieviel Wieland in ihnen missverstanden und verdrängt, aber eben doch als Verdrängtes enthalten ist. Was wie ein rein historisches Interesse aussehen mag, wird sich schnell als aktuelles Problemfeld erweisen, in dem sich immer noch die gegenüberstehen, die den Traum des unentfremdeten Lebens und der Eigentlichkeit weiterträumen und jenen (wie Helmut Plessner), die - im Anschluss an Wieland (meist) ohne es zu wissen - die Anthropologie vom Schauspieler her entwickeln und die exzentrische Position zu lieben gelernt haben." (Rüdiger Bender)

Donnerstag, 15.7.99, 21 Uhr, ACC Galerie, Goethe-Ruheraum. Eintritt: 8 DM/6 DM

Who the fuck is Wieland? Nr. 5:

"Papa Wieland" (Wieland für Kinder)

Katrin Liersch, Schauspielerin/Berlin, hat ein Programm zu "Papa Wieland" (so genannt von Herzogin Anna Amalia) für Kinder erarbeitet. Es beinhaltet Lesung und Dialog für Kinder und mit Kindern ab 6 bis 12 Jahren mit einem kleinen Szenario über das Kinderleben im 19. Jahrhundert, Texten zu Wielandmärchen, einer Einführung zu Christoph Martin Wieland mit biografischem Material (familiäre Verhältnisse, Privatunterricht/Schule etc.) und einer gemeinsamen Plauderei über die Bedeutung verschiedener Begriffe und Märchenfiguren mit Quiz und Malaufgabe.
Dauer ca. 1 Std. Vom 28.6. bis 1.7.99, ab 9 Uhr, Große Galerie (bitte Anmeldung).

Weiteres Angebot: Lesung für Jugendliche ab 15 bis 19 Jahre ( 9. bis 13. Klasse): "Wieland und dreimal DIE" - die Frauen (Briefe und Gedichte), die Freiheit (Aufsätze, Briefe, Prosa), die Politik (Der Teutsche Merkur, Friedrich der II., Napoleon). Bei Erarbeitung des Programms verwendete Katrin Liersch Textauszüge aus Wielands Werken, die Wielands Modernität, Humor, Melancholie, Scharfsinn... ausdrücken und seine Bedeuung für die deutsche Sprache, lange vor Goethe, belegen. Die Texte können von den Jugendlichen szenisch umgesetzt und sprachlich auf HEUTE übertragen werden.
Dauer ca. 90 Min.
Vom 28.6. bis 1.7.99, 14 Uhr, Große Galerie.
Teilnehmergebühr: 9 DM. Bitte melden Sie Ihre Teilnahme an (ACC, Tel. 03643/851262).

Who the fuck is Wieland? Nr. 4:

Vortrag und Gespräch mit Irmela Brender, Autorin, Sindelfingen.

"'Living Next Door To Wieland' bedeutet, aus nachbarschaftlicher Nähe Antworten zu finden auf die Frage Who the fuck is Wieland? Was die Mitbürger und ihre Gäste in Biberach, in Zürich, Erfurt, Weimar und Oßmannstedt an Wieland beobachteten, was sie mit ihm erlebten, betrifft mehr die Biographie als das Wirken des Dichters, obwohl das eine kaum vom anderen zu trennen ist. Denn aus den Liebesgeschichten des jungen Wieland wurden Gedichte und Romane, seine Bemühungen um eine Stellung in der Welt gipfelten in politischer Dichtung, und so lässt sich für fast jedes seiner Werke ein Anstoß oder ein Motiv in der Realität seines Lebens finden. Dieses Leben hat zudem für uns Nachgeborene etwas seltsam Nahes. In seiner Zeit be- gann die Moderne in Kunst und Literatur, so wie in unserer etwas Neues beginnen muss, weil das Alte verbraucht erscheint. Er war Zeuge einer großen Revolution, wie wir eine grundlegende politische Umwälzung erlebten. Er kam aus der Provinz und fand zu kosmopolitischer Urbanität, wie es uns im Zeichen globaler Vernetzungen geboten ist. Und seine Reaktionen auf alle Umwälzungen, die Reaktionen eines Neurotikers mit klarem Verstand, sind für uns nachvollziehbar, ohne dass wir sie in Demut bewundern müssen. Dass wir in Wielands Nachbarschaft gut aufgehoben sind, soll dieser Abend unterhaltsam vermitteln." (Irmela Brender)

Das ACC nimmt das Goethe-Jahr 1999 zum Anlass, eine lebendige Verbindung zum Papa Wieland, wie ihn Herzogin Anna Amalia nannte, dem großen fruchtbaren Dichter und Vorausdenker, literarischen Pionier und deutschen Voltaire, herzustellen. Das Lesekabinett Goethe-Ruheraum, die Wiederaufführung der Oper Alceste, die Austragung des wielandbezogenen 5. Europ. Atelierprogramms hautnah des ACC und der Stadt Weimar sowie eine Veranstaltungsreihe mit monatlichen Themenabenden zählen u.a. zum 99er ACC-Wieland-Paket.

Mittwoch, 26.5.99, 20 Uhr, Kleine Galerie. Eintritt: 8 DM/6 DM.