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York Sauerbier, Weimar: Silberfischchen

York Sauerbier, junger Weimarer Autor, liest aus seinem im Juni 1999 erschienenen ersten Roman "Silberfischchen". Der Roman entstand in der Zeit seiner Berufung als Stadtschreiber in der kleinen thüringischen Stadt Ranis vom Mai 1998 bis Mai 1999. Stichpunkte: Ein GI im Zweiten Weltkrieg, Charlotte von Steins verschollene Briefe an Goethe und aggressive Silberfischchen pflastern den Weg des glücklosen Amerikaners Gregory Tomov. Auf der Flucht vor seiner nachtragenden Ex-Freundin fliegt er nach Deutschland, um in Thüringen auf unschöne Weise mit neuer Verwandschaft einerseits und einer neuen Liebe mit Hindernissen andererseits konfrontiert zu werden.

Ein Zitat: "Eine winzige Ausgabe meines Großvaters kommt in Paradeuniform anmarschiert, gefolgt von einer Armee riesiger, aufrecht gehender, grimmiger Silberfischchen in Kampfanzügen. Einem Heer von Lanzen gleich recken sie drohend ihre langen Fühler über den finsteren Monsterköpfen in die Höhe. Großvater nimmt mich gar nicht wahr, sondern wankt volltrunken mit seiner fürchterlichen Truppe direkt durch mein linkes Auge. Ich spüre keinen Schmerz, kann aber nichts mehr sehen. Im nächsten Augenblick wird es wieder hell und ich blicke auf den Wasserspiegel einer Klosettschüssel, in der Bernadette und Jens Olzen ein Nacktbaden veranstalten."

Sonnabend, 17.7.99, 21 Uhr, ACC Galerie. Eintritt: 8 DM/6 DM. Im Anschluß Release-Party.