acc-wieland-paket
Living Next Door To Wieland.
Irmela Brender

Who the fuck is Wieland? Nr. 4:

Vortrag und Gespräch mit Irmela Brender, Autorin, Sindelfingen.

"'Living Next Door To Wieland' bedeutet, aus nachbarschaftlicher Nähe Antworten zu finden auf die Frage Who the fuck is Wieland? Was die Mitbürger und ihre Gäste in Biberach, in Zürich, Erfurt, Weimar und Oßmannstedt an Wieland beobachteten, was sie mit ihm erlebten, betrifft mehr die Biographie als das Wirken des Dichters, obwohl das eine kaum vom anderen zu trennen ist. Denn aus den Liebesgeschichten des jungen Wieland wurden Gedichte und Romane, seine Bemühungen um eine Stellung in der Welt gipfelten in politischer Dichtung, und so lässt sich für fast jedes seiner Werke ein Anstoß oder ein Motiv in der Realität seines Lebens finden. Dieses Leben hat zudem für uns Nachgeborene etwas seltsam Nahes. In seiner Zeit be- gann die Moderne in Kunst und Literatur, so wie in unserer etwas Neues beginnen muss, weil das Alte verbraucht erscheint. Er war Zeuge einer großen Revolution, wie wir eine grundlegende politische Umwälzung erlebten. Er kam aus der Provinz und fand zu kosmopolitischer Urbanität, wie es uns im Zeichen globaler Vernetzungen geboten ist. Und seine Reaktionen auf alle Umwälzungen, die Reaktionen eines Neurotikers mit klarem Verstand, sind für uns nachvollziehbar, ohne dass wir sie in Demut bewundern müssen. Dass wir in Wielands Nachbarschaft gut aufgehoben sind, soll dieser Abend unterhaltsam vermitteln." (Irmela Brender)

Das ACC nimmt das Goethe-Jahr 1999 zum Anlass, eine lebendige Verbindung zum Papa Wieland, wie ihn Herzogin Anna Amalia nannte, dem großen fruchtbaren Dichter und Vorausdenker, literarischen Pionier und deutschen Voltaire, herzustellen. Das Lesekabinett Goethe-Ruheraum, die Wiederaufführung der Oper Alceste, die Austragung des wielandbezogenen 5. Europ. Atelierprogramms hautnah des ACC und der Stadt Weimar sowie eine Veranstaltungsreihe mit monatlichen Themenabenden zählen u.a. zum 99er ACC-Wieland-Paket.

Mittwoch, 26.5.99, 20 Uhr, Kleine Galerie. Eintritt: 8 DM/6 DM.