Goethe: Seltenes und Kostbarkeiten
Hermann und Dorothea. Versepos von J.W.G.

theater im acc

Eine deutsche Liebesgeschichte aus dem frühen 19. Jahrhundert. Gelesen und geblasen von Peter Rauch (Schauspielhaus Bochum) und Georg Bölk, Tuba (Staatskapelle Weimar). Das Versepos ist ein Genre, an das sich nur wenige wagen, da es in der heutigen, ungeduldigen Zeit als nicht leicht zu konsumieren und darzustellen gilt. In dem Fall von "Hermann und Dorothea" und in den Händen der beiden Akteure aber ist der erneute Eroberungsversuch zu einer Kostbarkeit geraten, die diese Erzählform ins rechte und verdiente Licht rückt. In "Hermann und Dorothea" werden traditionelle deutsche Werte am Beispiel einer Familie des typischen deutschen Kleinbürgertums in faszinierender Sprache und spannend bis zum Schlußsatz dargestellt, ohne diese zu denunzieren. In dem Epos von Johann Wolfgang Goethe treten starke und mit eindeutigen traditionellen Werten besetzte Charaktere auf, die wie in den klassischen Theatertraditionen mit ihren uralten Stücken die Zuhörer von ihren Tugenden zu überzeugen suchen. Die Auseinandersetzungen darüber und der vor der Tür stehende Beginn einer neuen Epoche mit den sie begleitenden Umwälzungen werden zwischen ihren leidenschaftlich argumentierenden Vertretern vor dem Zuhörer ausgebreitet. Dieser ist am Ende in die zu allen Zeitläufen stets geführte Debatte um den Fortbestand traditioneller Werte einbezogen. Zumindest formal eingehaltene Traditionen gewinnen für viele heute wieder positiven Wert, symbolisieren Halt und Basis.
Sonntag, 21.2.99, 21 Uhr, Große Galerie.
Eintritt: 16 DM/10 DM.

Aus dem geheymen Archiv wunderlicher Produktionen des J.W. v. Goethe.
Der erotische Goethe.
Peter Rauch, Schauspielhaus Bochum, Christoph Theussner, Musiker (Gitarre, Querflöte, Tabla), Weimar.
Ans Licht geholt werden Gedichte und Briefe, die von Goethe selbst oder den Bewahrern Goethescher Poesie unter Verschluß gehalten wurden, besonders die allzu offenherzigen Worte von ihm zur Erotik und Religion. Bis in die 80er Jahre unseres Jahrhunderts wurde das deutsche Lese-Volk in erschienenen Editionen mit drei Pünktchen vor zu freien Äußerungen des Geheimen Rats zu Weimar in seiner "Sittlichkeit" beschützt. Diese wunderbar "unsittlichen" Gedanken wollen Christoph Theussner und Peter Rauch in die Welt hinausposaunen, in die Herzen und Seelen der Zuschauer hineinflüstern, in die Ohren musizieren. "Aber das Zeug ist doch zu toll, was der Mensch zusammengeschrieben hat, dabey bleib ich." (Johann Wolfgang von Goethe) Freitag, 26.3.99, 21 Uhr, Große Galerie. Eintritt: 16 DM/10 DM Goethe: Seltenes und Kostbarkeiten III: "Hermann und Dorothea". Versepos von J.W. v. G. Termin: April '99.