avantgarde

avantgarde aus halle
Burg Giebichenstein
Eitel sei der Mensch, hilfreich und gut - angezogen.

Das Fest ist der Zeitschrift "Sibylle" gewidmet, die seit 1995 nicht mehr erscheint. Das es dieses in Anspruch und handwerklicher Klasse ausgezeichnete Journal nicht mehr gibt, wird von allen Fans und Kennern noch jetzt bedauert. Diejenigen, die die "Sibylle" aufbewahrt haben, hüten diese Exemplare wie ihren Augapfel.
Studenten des Studienganges Mode-Design der Hochschule für Kunst und Design "Burg Giebichenstein", Halle/S., zeigen in einem Fest der Sinne ihre Kreationen. Für diese lebendige und wirkungsvolle Präsentation der Ergebnisse von Semesterarbeiten einzelner bis zu Variationen zu einem Jahresthema wurde ein Querschnitt aus der modeschöpferischen Arbeit der "Burg" zusammengestelt. "Burg Giebichenstein ist alles andere als nur ein altes Gemäuer. In der hier ansässigen Hochschule für Kunst und Design Halle werden progressive Gestaltungsideen entwickelt - vor allem in der Mode. Es ist ein offenes Geheimnis bei Kennern in der Branche: In der "Burg" wird Modedesign gelehrt, wie es sich besser nicht träumen läßt - kreativ, assoziativ, frei von Zwängen der Industrie und, in der Studienphase, auch ohne den Erfolgsdruck massenhafter Reproduzierbarkeit." Regina Conradt "Avantgarde aus Halle", "Sibylle" 7/94.
Zitate von Diplomanden der Fachrichtung Mode aus dem neuen Prospekt des Fachbereiches:
"Am besten, Sie werden Modedesigner. Ich weiß, wovon ich rede. Da lernen Sie wenigstens etwas systematisch Unvernünftiges, und das ist das Beste, was einem passieren kann. Außerdem kriegen Sie es vielleicht etwas besser in den Griff, sich zu verhüllen, und nicht (wie gar nicht vorgehabt) zu entblößen. Mode ist wie nahezu alles im Leben ein Spiel mit Scheinbarkeiten und will auch nichts anderes sein. Seien Sie doch froh, daß es Ihnen möglich gemacht wird, für sich und andere eine zumindest ästhetische Erscheinung abzugeben." (aus dem schriftlichen Teil der Diplomarbeit "Handbuch über das Spiel, sich hinzugeben, ohne sich preiszugeben" von Heide Dintner). "Jeder sollte seine eigene Mode machen - aber nicht jeder hat Zeit dazu. Im Grunde sollte man es so sehen: Wenn man Mode macht, übernimmt man die Arbeit der anderen, weil sie keine Zeit dazu haben." (aus der Rede zum Diplomkolloquium von Miriam Schwartze)
Sonnabend, 27.6.98, 20 Uhr, e-werk weimar.
Eintritt: Logen 75 DM, Tribüne 25 DM / 10 DM