Werkberichte

Die Professoren an der Bauhaus-Universität Weimar
Fortgesetzt wird die Reihe werkberichte, in der im November '97 die Design-Professoren der Bauhaus-Universität Weimar erstmalig außerhalb des Universitätsbetriebes über ihre Projekte und Arbeiten berichteten. Von April bis Juni '98 sind die Professoren für Freie Kunst der Fakultät Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar im ACC zu Gast. Die Vorträge werden wie folgt gegeben: Karl Schawelka, Fritz Rahmann, Barbara Nemitz, Liz Bachhuber, Elfi Fröhlich und Norbert Hinterberger.

Werkbericht 11:
Norbert Hinterberger lehrt seit Herbst 1993 an der Fakultät Gestaltung der BUW sogenannte "Freie Kunst". Als Vertreter einer Kunstrichtung, die sich in enzyklopädischer Weise mit der sinnlichen Erkenntnis unserer Welt beschäftigt, ordnet er das Material und die Form dem Konzept unter und präsentiert sein Werk bevorzugt im speziell ausgewählten Kontext. Er ist dabei auf kein Medium und keinen Stil fixiert - als durchgängiges Merkmal kann allerdings der ironische Ansatz, die Relativierung aller Gewissheit, gelten.
Mittwoch, 24.6.98, 21 Uhr, Große Galerie. Eintritt frei!

Werkbericht 10: "Das Rumoren der Bedeutungen - Fotoarbeiten und Installationen".
Elfi Fröhlich (*1951), seit 1994 Professorin für Freie Kunst an der BUW, hat u.a. an der Hochschule der Künste Berlin studiert und war dort künstlerische Assistentin von 1981 bis 1989. Es folgten Gastprofessuren in Kassel und Berlin und zahlreiche Einzel-Ausstellungen und Ausstellungs-Beteiligungen im In- und Ausland. "Die künstlerische Intention Elfi Fröhlichs zielt auf die diffusen, doch prägenden Grenzzonen des Bewußten zum Unbewußten, sie gruppiert Fotoarbeiten zu suggestiven und sprachlich kaum faßbaren Tableaus oder räumlichen Situationen von starker sinnlicher Präsenz und zugleich doch auch rätselhafter Abgeschlossenheit, Distanz und zunächst kühl erscheinender Perfektion..." (Kai Uwe Schierz). "Die Räume, die Elfi Fröhlich inszeniert, erzeugen Energiefelder, die auf einer Art gegenläufiger Autonomie insistieren. Dabei geht es ihr um die Entlastung der Wahrnehmung vom Druck der potentiellen Bedeutungen, die doch ihre Bilder (noch) erzeugen (sollen). In der Inszenierung und Darstellung dieses Widerspruchs besteht die Faszination und Authentizität ihrer Arbeit". (Helmut Hartwig).
Mittwoch, 17.6.98, 21 Uhr, Große Galerie. Eintritt frei!

Werkbericht 9: "Blechschäden".
Liz Bachhuber (*1953, Milwaukee, Wisconsin, USA), seit 1993 Professorin für Freie Kunst an der BUW, studierte in den USA Freie Kunst, Kunstgeschichte und Deutsch, bevor sie mit einem DAAD-Stipendium 1979 an die Kunstakademie Düsseldorf kam. Dort hat sie bei Professor Christian Megert, Lehrstuhl "Integration Bildende Kunst und Architektur", bis 1983 studiert und gründete dort 1981 mit Kommilitonen die "Ateliergemeinschaft Ratherstr.". Bis 1987 arbeitete sie in dieser Gemeinschaft und organisierte und realisierte Ausstellungen. Von 1983 bis 1984 lebte und arbeitete sie in Rom und von 1987 bis 1989 mit einem Arbeitsstipendium bei P.S. 1 in New York. An der Bauhaus-Universität Weimar übt sie das "Interdisziplinäre Projektstudium" aus. Ihre Arbeit hat mit der Beziehung Natur-Kultur zu tun und manifestiert sich in verschiedenen Werkgruppen, wie z.B. "Blechschäden". "Die Künstlerin projiziert Natur-Bilder auf Relikte unserer Zivilisation und verweist damit auf Widersprüche und Ambivalenzen in unserer Beziehung zur Natur. Die "Blechschäden" machen die von uns meist verdrängte Unvereinbarkeit von naturzerstörerischem Lebensstil und gefühlsmäßiger Sehnsucht nach einer intakten Natur bewußt." (Gudrun Bott)
Mittwoch, 3.6.98, 21 Uhr, Große Galerie. Eintritt frei!

werkbericht 8:
Barbara Nemitz (*1948), seit 1993 Professorin für Freie Kunst an der BUW. Sie lebt und arbeitet in Berlin. In Weimar tritt sie seit einiger Zeit verstärkt durch ihre Arbeit "Künstlergärten" hervor. 1995 zeigten die Kunstsammlungen im Landesmuseum ihre raumfüllenden Landschaften auf Tüll. Im vergangenen Jahr waren ihre großflächigen Stickereien in Erde und Moosfelder im Heidelberger Kusntverein zu sehen. Barbara Nemitz hatte weitere Einzelausstellungen in der Neuen Galerie - Sammlung Ludwigsburg, Aachen, im Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg und im Künstlerhaus Bethanien, Berlin. Ihre Arbeitsweise ist konzeptuell, strategisch mit wechselnden Medien.
Dienstag, 26.5.98, 21 Uhr, Große Galerie. Eintritt frei!

Werkbericht 7:
Fritz Rahmann (*1936), seit 1993 Professor für Freie Kunst an der BUW. Er studierte im Zeitraum zwischen 1956 und 1962 an der Kunstakademie Düsseldorf Malerei und an der TU Aachen Architektur, lebte von 1962 bis 1979 in Holland und ist danach in Berlin ansässig geworden. Seine Projekte werden als Beispiele für die Kategorie Kunst-im-öffentlichen-Raum verstanden. In seinem Vortrag will er davon einige zur Darstellung bringen.
Mittwoch, 6.5.98, 21 Uhr, Große Galerie. Eintritt frei!

Werkbericht 6:
Prof. Dr. Karl Schawelka (*1944) , seit.1993 Professor für "Geschichte und Theorie der Kunst" an der BUW, kam über die Stationen Erlangen und Kassel nach Weimar. Er hat zunächst in Nürnberg und München Malerei studiert, ehe er in München und Paris ein Studium der Kunstgeschichte absolvierte. Promotion mit einer Arbeit über die Kunsttheorie von Eugène Delacroix. Anschließend wissenschaftlicher Assistent an der TU München, dort Habilitation mit der Schrift "Quasi una musica. Untersuchungen zum Ideal des 'Musikalischen' in der Malerei seit 1800." Veröffentlichungen insbesondere zur Gegenwartskunst, Kunsttheorie, Kunst im öffentlichen Raum und zum Problemkreis der Farbwahrnehmung. Interessiert sich nur für Fachliteratur anderer Disziplinen und wechselt ständig seine Forschungsschwerpunkte.
Mittwoch, 29.4.98, 21 Uhr, Große Galerie. Eintritt frei!