April 1998: Die neue Slam Klasse

Der Begriff Poetry Slam ist längst Synonym für innovative Lyrik und Kurzgeschichten. Bauarbeiter in Chicago, Latinos in San Francisco, Schwarze in New York - wer die ersten Slammer waren, ist nicht zweifelsfrei geklärt. Klar ist nur eins: berühmt waren die Erfinder nicht, literarisch etabliert noch weniger. Eher gesellschaftliche Außenseiter, die ungefiltert und mittlerweile in Hunderten von Clubs amerikaweit das zur Sprache bringen, was auf der Straße passiert.

Im Rahmen der ACC-Veranstaltungsreihe Literatur: direkt erobern am 17. April 1998 im e-werk weimar die stilvollsten Slammer der Republik die Klassikerhochburg Weimar. "Dichter in den Ring!" Rick Maverik aus Chicago moderiert den Abend. Er leitet den Wettstreit der 8 Slammer, die jeder maximal 15 Minuten Programm liefern und um die Gunst des Publikums kämpfen. DJ Loris Negro sorgt bei diesem Slam für gute Vibes. Die Slammer des Abends sind:
Wolfgang Hogekamp, Berlin, TV-Produzent: Lost in Music (ZDF/ARTE), Freestyle (VIVA), Slam Organisator im "Ex'n Pop"
Nadine Barth, Hamburg, Journalistin (Online, Amica, Allegra), Fotomodel, Slam Aktivistin, 1. Preis beim National Slam, Berlin
Bob, MC, Köln, diverse Vinyl Veröffentlichungen, Mitglied der Königsdorf Posse, Spoken Word Rapper
Bastian Böttcher MC, Bremen/Weimar, 20 versch. Vinyl-, CD-, Sampler- und Buchveröffentlg., Deutscher Slammeister 1997
Till Müller Klug, Berlin, promov. Theater- und Medienwissenschaftler, tourte im Vorprogramm von "Madonna HipHopMassaker"
Lou A. Probsthain, Hamburg, Mitglied der Autorengruppe "Peng", bekannt u.a. durch FAZ, MAX, Spiegel, Peepshow-Lesungen
Steffan Beuse, Hamburg, Autor und Werbetexter, Veröffentl. u.a. bei Reclam Leipzig ("Das Geheimnis von Ritter Sport Joghurt")
Meister Propper, Bremen. Das Original! Glänzt und schmiert nicht! Poetry Slam Aktivist vom "Büro für Lebensfreude" New Slammers welcome! Jeder kann Pop-Literat sein! Das Mikro im e-werk steht bereit für alle Autoren. Die Bühne darf jeder betreten, der sich in die Liste der Vortragenden einträgt! Es gilt das Lustprinzip! "Poetry Slam ist eine Lebensform: mittags in der Zeitung von einem Event lesen, abends hingehen und mitslammen - wo sonst gibt es einen so schnellen Lift auf die Bühne? Unberechenbar, was an so einem Abend zwischen Leuten, Dir und Deinem Text passiert, daß etwas passiert, merkst Du spätestens, wenn Du selber auf der Bühne stehst - tu es!(...)". (Till Müller Klug, respect 12/97, respect for the poets) Während eines Slams hat das Publikum die Lizenz zum Mitmischen. Es stellt die Jury und verteilt die Noten: von null für Wortmüll bis zehn für Geniestreich. Einziges Tabu: stumm zuhören. Beim Poetry Slam ist jede Form erlaubt: Es gibt Shortstories, Rap, szenische Dialoge, Glossen und Stand up Comedy. Erfolgsentscheidend ist oft die Performance. Auch in Weimar können mutige Literaten und Performer ihre Texte bringen. Wer wagt, könnte gewinnen: Ruhm, Ehre, die Liebe des Publikums und den unverzichtbaren Pokal. Veranstalter: ACC Weimar. In Zusammenarbeit mit Studenten der Bauhaus-Universität Weimar.
Freitag, 17.4.98, 21 Uhr,
e-werk weimar.
Eintritt: 9 DM/ermäßigt 5 DM