Wissenswertes über Engel

Im Rahmen der Ausstellung des ACC Der rettende Engel erfahren Sie von Laien, Wissenschaftlern und Fans mehr über diese geheimnisvollen und uns so vertrauten beflügelten Bewohner unbekannter Sphären. Etliche große Galerien im In- und Ausland widmeten in jüngster Zeit diesem Thema Ausstellungen. Wir haben besonderen und praktischen Grund, uns in den Reigen der Engel-Fans einzureihen, wobei wir ebenfalls zu denen gehören, die die Existenz solcher Mitbewohner unserer Nische im Universum gern akzeptieren und für real erachten, zumindest aber an die Schutzengel unter ihnen fest glauben. "Engel sei der Mensch, hilfreich und gut" ist ein entliehenes und von uns frei gehandhabtes Zitat, unter dessen Motto offenherzige Menschen zum Engel, zumindest zum 365-Tage-Engel der ACC Galerie, ernannt werden können. Begleitend zur Ausstellung konnten wir Referenten gewinnen, die zu Engeln eine berufliche oder ganz persönliche Beziehung haben. Ganz oben in der Bekanntheitsskala steht der Schutzengel, an dem eine große Mehrheit auch Ungläubiger einfach nicht vorbeikommt. Selbst gestandene Theoretiker sind beim Thema Engel unsicher. Man weiß ja nie, mit wem man es eventuell verscherzt in der offenbar existierenden Hierarchie unter den beflügelten Wesen.

Nr. 3: "Über Engel und Teufel",
Wolf Wagner/Waltershausen, Sozialwissenschaftler
Ein Vortrag, der die Werte Gut und Böse und deren strikte Trennung näher betrachtet.
Dienstag, 20.1.98, 21 Uhr, Große Galerie.
Eintritt: 5 DM/ermäßigt 4 DM Nr. 4: "Engel der Geschichten",
Claas Cordes/Weimar, Theaterwissenschaftler
Ein Aquarell Paul Klees beschreibend, formulierte Walter Benjamin 1940 seine berühmt gewordenen Thesen "Über den Begriff der Geschichte". Darin versucht er, die Hegelsche Vorstellung von einem Fortschritt in der Geschichte für das 20. Jahrhundert fortzuschreiben. Sowohl Benjamins Geschichtsphilosophie als auch seine in der Formulierung "Engel der Geschichte" kulminierende verbale Nachzeichnung von Klees "Angelus novus" sind seither tausendfach zitiert, kritisiert und parodiert worden. Der Vortrag will, einem geschichtsphilosophischen Diskurs bewußt ausweichend, seinen Ausgang bei Benjamins Engel-Bild nehmen, um verwandten Konzeptionen des Erinnerns in anderen Texten zu folgen.
Donnerstag, 22.1.98, 21 Uhr, Große Galerie.
Eintritt: 5 DM/ermäßigt 4 DM