Salon der Visionen

Krieg und Frieden in Weimar

Die Fakultät Medien lädt gemeinsam mit der Heinrich Böll Stiftung Thüringen zum Salon der Visionen über den Nicht-Krieg im ACC Weimar ein

Muss die neue Weltordnung ohne die Unterscheidung von Krieg und Frieden auskommen? Dieser Fragestellung widmen sich die Teilnehmer des "Salon der Visionen" über den "Nicht-Krieg", der am 28. Juni 2007 um 19.30 Uhr im ACC Weimar stattfinden wird. Die Veranstaltung wird von der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen veranstaltet.

Wer Nachrichten hört oder Zeitungen liest, muss nicht erst davon überzeugt werden, dass die Weltgesellschaft auch fast zwei Jahrzehnte nach dem Ende der Ost-West-Konfrontation in blutige Konflikte verwickelt ist. Täglich berichten die Massenmedien darüber. Offen ist jedoch die Frage, wie diese Ereignisse zu beschreiben sind. Ein Großteil dieser tödlichen Auseinandersetzungen werden nicht Krieg genannt, sondern Aufstandsbekämpfung, Terrorismus oder Intervention. Wenn dies alles nicht unbedingt Krieg sein mag, dann ist dies ganz offensichtlich aber genauso wenig der Frieden. Befinden wir uns etwa in einem andauernden, sozial, sachlich, räumlich und zeitlich kaum zu begrenzenden, rechtlich unbestimmten Nicht-Krieg?

Im "Salon der Visionen" gehen die Juristin und Kulturwissenschaftlerin Dr. Cornelia Vismann, Frankfurter Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte, Prof. Dr. Bernhard Siegert, Professur Geschichte und Theorie der Kulturtechniken an der Fakultät Medien, und der Bochumer Medienwissenschaftler Dr. Niels Werber der strittigen Frage nach, wie eine Gesellschaft zu beschreiben ist, der die Unterscheidungen zwischen Krieg und Frieden verloren gehen. In der klassischen politischen Theorie schließen sich die Begriffe Krieg und Frieden gegenseitig aus und sind eindeutig bestimmt: entweder Krieg oder Frieden, entweder zu Hause oder im Feld, entweder Soldat oder Zivilist. Doch mit dieser Klarheit, die im Völkerrecht und von zahlreichen internationalen Institutionen und Verträgen immer noch vorausgesetzt wird, ist es tatsächlich seit langem vorbei. Denn der Gegensatz des Krieges ist nicht länger der Frieden. Die Weltgesellschaft befindet sich in einem Nicht-Krieg, der genau so ! blutig geführt werden kann wie sein Gegenteil, der Krieg, dem aber die Zukunft eines Friedensschlusses abhanden gekommen ist. In welcher Gesellschaft wir leben, hängt auch von der Art ab, wie wir sie beschreiben. Der "Salon" möchte diskutieren, welche Beschreibungen heute zur Disposition stehen.

Donnerstag, 28.06.2007, 19:30 Uhr, ACC Galerie Weimar
Eintritt: frei!

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