RAND16: Von Hüten und Hütten

RAND_gespräche zur Architektur

Die Vortrags- und Gesprächsreihe beleuchtet den Zusammenhang von Architektur und Alltag, Architektur und Lebenswirklichkeit. Im Dialog mit Fachleuten anderer Disziplinen soll Architektur in Bezug zu ihren Grenzbereichen herausgestellt werden.

Veranstalter: Weimarer Architektenteam in Koop mit dem ACC

www.rand-gespraeche.de

Wolfgang Bock, Weimar, Rio de Janeiro

Fremdkörper inmitten inszenierter Präzision am 17.6.
Fremdkörper inmitten inszenierter Präzision am 17.6.

Der französische Filmemacher Jacques Tati gestaltet in seinen Filmen besondere räumliche Szenarien. Dörflich strukturierte Orte, viertelübergreifende Stadtszenarien oder ganze künstliche Städte im Stile der internationalen Moderne. In diese Räume platziert er Figuren hinein, die zwischen den Mauern der Häuser wie Fremdkörper wirken, sie kollidieren mit den urbanen Orten und versuchen sich ihnen zu assimilieren. Tati war ein besessener Filmarchitekt, dessen Kulissen und Stadtszenarien sich durch eine außerordentliche Präzision und Ästhetik auszeichnen. Der Handlungsaufbau tritt gegenüber der Architektur zurück. Stattdessen werden groteskes Wohnen in einer technisierten Welt, Träume und Konzepte von Architekten und Städtebauern gezeigt. Die Konstellation in welche er seine Figuren - und hier insbesondere Monsieur Hulot mit Hut und Pfeife - bringt, ist bis heute paradigmatisch für die Moderne.

Prof. Dr. phil. Wolfgang Bock, Gastprofessor an der Staatlichen Universität von Rio de Janeiro, wird von Kritik und Inszenierung moderner Architektur in den Filmen von Jacques Tati berichten.

Dienstag, 17.06.2008, 20:00 Uhr, ACC Galerie Weimar
Eintritt: frei!