Die Römer und ihr Luxus

Tischgesellschaft des ACC

ACC-Tischgesellschaft "LUXUS"

Außerhalb der (akademisch)philosophischen Zirkel bieten die Tischgesellschaften Gelegenheit zu Kommunikation und Diskurs über Aktuelles aus Politik, Kunst und Wissenschaft.

Die jeweiligen Tischherr(inn)en - eingeladen sind Wissenschaftler, Künstler, Philosophen, Laien, Politiker - beginnen den Abend mit einem kurzen einleitenden Referat zum vorgegebenen Thema, in diesem Jahr zu Luxus, an das sich bei Tisch eine Gesprächsrunde anschließt.

Die Tischgesellschaft bildet das Publikum, Interessenten an Gespräch und Diskurs, welches, verbunden mit Neugierde auf wissenswerte und erstaunliche Hintergründe und Details, Lust auf spannende Unterhaltung hat und auf viele Hinweise und mögliche Antworten - kurz - auf kreative Auseinandersetzung.

Die Tischgesellschaften finden in der Regel zweimal monatlich sonnabends 19 Uhr statt und sind für alle Interessenten offen. Eintritt: 3 EUR / erm. 2 EUR / Tafelpass 1 EUR Imbiss incl. Getränke: 3 EUR / erm. 2 EUR

Ausfall!!!
Die Tischgesellschaft "Die Römer und ihr Luxus" muss leider kurzfristig abgesagt werden. Wir bitten um Entschuldigung und um Ihr Verständnis!.

"Luxus" ist ein lateinisches Wort. Es bezieht sich ursprünglich auf den botanischen Bereich und bezeichnet ein ungestümes, (allzu) üppiges Wachstum. Von dort übertrugen die Römer es auf die moralische Ebene, um eine verschwenderische, wenn nicht gar übersteigerte Üppigkeit in der Lebensführung zu beschreiben. Die römische Oberschicht gönnte sich eine ausgesprohenn luxuriöse Lebensführung - auch um im Wettstreit gegeneinander in gesellschaftlicher Distinktion zu "punkten". Tafelluxus und Sklavenluxus, herrschaftliche Wohnpaläste und teure Statussymbole in Kleidung, Schmuck und Freizeitverhalten und selbst Bestwaren Facettem der luxuria, die Moralisten gewöhnlich als Symptom eines Sittenverfalls werteten. Rund 90% der Menschen waren arm und lebten von der Hand in den Mund. Aber zumindest in der Hauptstadt Rom wurden sie mit einer öffentlichen Pracht verwöhnt, die auch sie in gewisser Weise am Genuss der Weltherrschaft teilhaben lassen sollte. diese prachtentfaltung im öffentlichen raum ist als Herrschaftstechnik sehr verkürzt unter dem Slogan "Brot und Spiele" bekannt. Sie manifestierte sich u.a. in üppigen "Spielen" im Circus, Theater und Amphitheater, in prächtigen "Badetempeln", riesigen Aquädukten, die als "Wunder" der Wasserversorgung gefeiert wurden, und marmorner Repräsentationsarchitektur. Diesen Luxus liebe das Volk, betont Cicero, privater Luxus aber sei ihm verhasst - eine Einschätzung, die allerdings ohne politische oder programmatische Folgen blieb.

Zu dem Thema hat Karl-Ludwig Weeber zwei Text-Bildbände publiziert:

  • Die Schwelgerei, das süße Gift... Luxus im Alten Rom, Darmstadt 2003
  • Luxus im Alten Rom. Die öffentliche Pracht, Darmstadt 2006

Seine wesentlichen Arbeitsgebiete: 1. Römische Kultur-, Alltags- und Sozialgeschichte: Dazu eine Reihe von Publikationen, u.a.: "Alltag im Alten Rom". Ein Lexikon, 2 Bände (Stadt- und Landleben); "Panem et circenses. Massenunterhaltung im antiken Rom"; "Nachtleben im alten Rom". 2. Die Bedeutung des Lateinischen in unserer Zeit. Dazu u.a.: "Romdeutsch. Warum wir alle lateinisch reden, ohne es zu wissen"; "Mit dem Latein am Ende? Tradition mit Perspektiven".

Samstag, 25.11.2006, 19:00 Uhr, ACC Galerie Weimar
Eintritt: 3 € / erm.: 2 € / Tafelpass: 1 €