Luxus als Notwendigkeit. Mode und Luxus in der Diskussion um 1800

Tischgesellschaft des ACC

ACC-Tischgesellschaft "LUXUS"

Außerhalb der (akademisch)philosophischen Zirkel bieten die Tischgesellschaften Gelegenheit zu Kommunikation und Diskurs über Aktuelles aus Politik, Kunst und Wissenschaft.

Die jeweiligen Tischherr(inn)en - eingeladen sind Wissenschaftler, Künstler, Philosophen, Laien, Politiker - beginnen den Abend mit einem kurzen einleitenden Referat zum vorgegebenen Thema, in diesem Jahr zu Luxus, an das sich bei Tisch eine Gesprächsrunde anschließt.

Die Tischgesellschaft bildet das Publikum, Interessenten an Gespräch und Diskurs, welches, verbunden mit Neugierde auf wissenswerte und erstaunliche Hintergründe und Details, Lust auf spannende Unterhaltung hat und auf viele Hinweise und mögliche Antworten - kurz - auf kreative Auseinandersetzung.

Die Tischgesellschaften finden in der Regel zweimal monatlich sonnabends 19 Uhr statt und sind für alle Interessenten offen. Eintritt: 3 EUR / erm. 2 EUR / Tafelpass 1 EUR Imbiss incl. Getränke: 3 EUR / erm. 2 EUR

Gesprächseröffnung Dr. Astrid Ackermann, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Historisches Institut.

Dr. Astrid Ackermann, geb. 1974, Studium der Geschichte, Sozialwissenschaften, Pädagogik und Niederländischen Philologie in München, Köln, Utrecht und Jena. Promotion mit der Arbeit "Paris, London und die europäische Provinz. Die frühen europäischen Modejournale (1770-1830)", erschienen Frankfurt a. M. u.a. 2005. Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Zum Vortrag: Im ausgehenden 18. Jahrhundert war der Luxus ein höchst umstrittenes Thema. Für die Zeitgenossen stellte er sich als ein drängendes Problem dar - auf individueller, gesellschaftlicher wie politischer Ebene. Gegen die traditionelle Kritik gewann in dieser Zeit auch eine positive Sicht des Luxus zunehmend an Einfluß. Sie sollte sich schließlich durchsetzen. Grundlage der Debatte waren die zunehmende Verfügbarkeit von Luxusgütern und die Konsummöglichkeiten für breitere Schichten. Eine entscheidende Rolle spielte der Luxus in dem Lebensstil, den die neu aufkommenden Modemagazine vermittelten.

Gesprochen werden könnte darüber, welche Bedeutung Luxus und Mode zugewiesen wurde. Warum konnte der Luxus als derart gefährlich erscheinen, und wieso erfaßte die Luxuskritik sogar die Armen? Inwiefern ist eine Luxusdiskussion immer eine über die Gesellschaft? Wie wurde der Luxus zu einem ernsthaften Gegenstand gemacht, und was bedeutete die beliebte Verbindung von Luxus mit Vervollkommnungsidealen (warum konnte er ein "echt moralisches Bedürfnis" sein)? Und: was hießen die zunehmenden Konsummöglichkeiten für Frauen und für Männer, und warum wurde Mode zu einem Reservat der Frauen?

Samstag, 18.11.2006, 19:00 Uhr, ACC Galerie Weimar
Eintritt: 3 € / erm.: 2 € / Tafelpass: 1 €