Zur aktuellen Situation im Iran

Kunst, Spektakel und Revolution

Veranstaltungsreihe zum Verhältnis zwischen den Bewegungen der Avantgarde und den revolutionären Bewegungen

eine Kooperation zwischen dem ACC Weimar und dem Bildungskollektiv BiKo e.V.

Blog zur Reihe: spektakel.blogsport.de

Mina Ahadi, Köln

"Aufklären statt verschleiern!" am 22.10.
"Aufklären statt verschleiern!" am 22.10.

Nachdem es in Deutschland vor wenigen Wochen eine emsige Berichterstattung über die Unruhen im Iran gegeben hatte, ist es um dieses Thema nun wieder ruhig im deutschen Blätterwald geworden. Vielleicht auch deswegen, weil es bedeutet hätte unangenehme Fragen bezüglich wirtschaftlicher Beziehungen zwischen der BRD und dem Mullah-Regime zu beantworten. Auch wenn Mussawi, als populäres Bild des iranischen Widerstands, von Anfang an keine Alternative gewesen wäre, hat sich im Iran seit den Wahlen eine unterstützenswerte Bewegung gegen Islamismus, Folter, Kopftuchzwang, Vergewaltigung und Todesstrafe entwickelt. Mina Ahadi, Exil-Iranerin und Vorsitzende des Zentralrats der Exmuslime, wird über aktuelle Entwicklungen im Iran berichten. Sie wird Fragen beantworten und Möglichkeiten aufzeigen, was hier zur Unterstützung des Widerstands im Iran getan werden kann.

Mina Ahadi, welche 1956 in Abhar, Iran geboren wurde, ist eine exil-iranische politische Aktivistin. Sie kämpft für Menschenrechte und Religionsfreiheit, für die Rechte von Frauen und gegen die Todesstrafe. Während ihres Studiums der Medizin beteiligte sie sich an der linken Opposition und organisierte Protestaktionen und Demonstrationen, woraufhin sie vom Studium ausgeschlossen wurde. 1980 wurde ihre Wohnung durchsucht und ihr Mann sowie fünf weitere Gäste verhaftet, die wenig später hingerichtet wurden. Weil sie wegen ihrer politischen Aktivität gesucht und zum Tode verurteilt wurde, lebte sie mehrere Monate im Untergrund in Teheran, bevor sie 1981 in die Kurdenregion flüchtete. Dort schloss sie sich als Partisanin einer kommunistischen Untergrundorganisation an. 1990 ging sie ins Exil nach Wien und 1996 schließlich nach Köln. Mina Ahadi betrachtet Religionen als "Instrumente der Unterdrückung" und ist Gründungsmitglied und Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime.

http://www.minaahadi.com

Donnerstag, 22.10.2009, 20:00 Uhr, ACC Galerie Weimar
Eintritt: 2€ | 1€