Kant - Oder die Pünktlichkeit des Denkens

Kant Tischgesellschaften im ACC
Tischgesellschaften Immanuel Kant (2004)

Mit freundlicher Unterstützung des Thüringer Kultusministeriums, der STIFTUNGKULTURFONDS, der Stadt Weimar und des ACC-Förderkreises

download Konstruktivistische Gedanken bei Kant
Ernst von Glasersfeld (März 2004)
Der Aufsatz Ernst von Glasersfelds steht zur Diskussion

mehr Informationen zu Ernst von Glasersfeld: http://www.oikos.org/vonen.htm

Tischgesellschaften zu Immanuel Kant

Ort: ACC Zeit: von Juni bis Dezember 2004, in der Regel zweimal im Monat sonnabends 19 Uhr
Die Tischgesellschaften richten sich an alle Interessierten Termine, Themen und eingeladene Referent(inn)en werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, die STIFTUNGKULTURFONDS, die Stadt Weimar und den ACC-Förderkreis

Stiftung Kulturfonds

Der 200. Todestag Kants in diesem Jahr ist Anlass für das ACC Weimar, eine philosophische Themenreihe zu organisieren, die versuchen will, ausserhalb des gewohnten Rituals einer (akademisch) philosophischen Diskussion, sich mit Kant und seinem Denken auseinander zu setzen.

Fachspezifische Einzeldebatten um differenzierte Probleme gab es anlässlich dieses Todestages genug, die sekundären und tertiären Veröffentlichungen und die Neuvermarktung des Königsbergers liefen sich gegenseitig den Rang ab. Dem versucht die Themenreihe zu widerstehen: Es soll zum Einen die Person Kants als Ganze, nicht nur als philosophischer Kopf, betrachtet werden, zum Andern aber soll versucht werden, an die Institution der Tischgesellschaften anzuknüpfen. Inspiriert von Kants täglichen Tischgesellschaften (englische und französische Philosophie, Naturwissenschaft, Literatur, Politik und Manieren bildeten den Stoff seiner Tagesgespräche - bei dünnem Kaffe, wie sein Diener Martin Lampe berichtete) lädt das ACC "durchreisende Wissenschaftler", Autor(inn)en, Künstler(innen), engagierte Laien, Vertreter(innen) von Institutionen zu Tisch, zu Vortrag und Gespräch, Lesung und Themenstunde.

Fern des Klischees vom verknöcherten Denker und trockenen Philosophen geht es bei den Tischgesellschaften darum, zu "räsonieren und zu scherzen": Wer war dieser Mann, der mit eiserner Strenge die Grenzen des Wissens auslotete, der der Vernunft so viel zumutete und den Verstand in seine Schranken verwies? Sind die entscheidenden Grundfragen nach Recht, Sittlichkeit, Wissenschaftlichkeit und Humanität heute nicht erneut zu stellen? [...] Anknüpfend an das ACC-Projekt über Menschen. Zur Zukunft des Humanen(*) sind diese Fragen Anlass, sich diesem, wie oft angenommen, "unverdaulichen Koloss" zu nähern.

Die in der Regel zweimal im Monat an einem Samstagabend geplanten Gesellschaften beginnen jeweils mit einleitenden kurzen Referaten, die den Ausgangspunkt für das Gespräch bilden. Die geladenen Gäste als 'Kompetenzträger' für den Abend eröffnen damit das Tableau. Das so angeregte Gespräch kann alsdann in weiteres Räsonieren und zum Schluss womöglich in geselliges Scherzen übergehen, ohne den Ernst der Lage und die Stringenz des Nachdenkens über die Grundlagen des Zusammenlebens ganz aus dem Blick zu verlieren.

Aus der Abgeschiedenheit der innerdisziplinarischen Enge sollen die Tischgesellschaften Gelegenheit bieten, über aktuelle Fragen mit mehreren Neugierigen - bei dünnem Kaffee - ins Gespräch zu kommen. Sie fragen also nicht nur nach der Aktualität Kants als "philosophischen Zeitgenossen" (so wie etwa jüngst Hilary Putnam), sondern wollen sich mit den pragmatischen Bedingungen des Denkens beschäftigen; es sollen über den engen Rahmen der innerwissenschaflichen Debatte hinaus die Themen der aktuellen Wissenschaften einem interessierten Publikum nähergebracht und die Runde somit in ein gemeinsames Gespräch geführt werden. (*)

(*) 2002/2003, Symposium, internationale Ausstellung, ein zweibändiger Katalog http://www.ueber-menschen.de

(*) Bei Kant am Tisch muss nicht über Philosophie gesprochen werden, jedenfalls nicht über deutsche, und so dürften wir eigentlich dort auch nicht über Kant sprechen. Nachdem man aber auch philosophiert hat, darf man bei Tisch "ganz schicklich schwatzen", denn dort gehört es hin, kann eine andere Thematik erörtert werden, ohne dass Kant dabei eine tragende Rolle zukommt.

Tischgesellschaften

Teilnehmer(innen) und Termine (Änderungen vorbehalten)

    Zu Terminen, die noch nicht genau feststehen und voraussichtlich im zweiten Halbjahr/Herst 2004 liegen werden, haben folgende Referent(inn)en ihre Teilnahme an den Tischgesellschaften zugesagt:
  • André Wendler (ehem. Student der Bauhaus-Uni Weimar, jetzt Utrecht) Thema: "Kant und Diderot" (versucht, den Zusammenhang zwischen der Diderotschen Encyclopädie und der Kantschen Philosophie zu skizzieren)
  • Dr. phil. Ute Holl, Bauhaus-Universität Weimar, Fak. Medien (Geschichte und Theorie künstlicher Welten). Thema möglicherweise, innerhalb ihres jetzigen Forschungsgebietes: Kant und die Raumwahrnehmung
  • Prof. Dr. Christina Schachtner, Ordinaria für Medienwissenschaft/Neue Medien, Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Universität Klagenfurt ( Neue Medien - Technik - Kultur)
  • PD Dr. Peter Gold, Institut für Philosophie, Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Weitere Referent(inn)en, Termine und Themen werden rechtzeitig bekanntgegeben