Tischgesellschaft
'Gesellschaftsspiele'

7. Tischgesellschaft 'Gesellschaftsspiele'

Gesellschaftsspiele - Tischgesellschaft des ACC

Gesellschaftsspiele
Tischgesellschaft des ACC
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Diese Tischgesellschaft will wieder Gelegenheit bieten und dazu auffordern, visionäre Gesellschaftsentwürfe zu wagen und zu formulieren und dazu Fragen zu stellen und zu kommunizieren.

Hintergrund: Gesellschaftliche Perspektiven zu denken, auch wenn es sich zunächst um Fantasien und Wünsche handelt, erscheint heute, weil ein allgemeingültiger gesellschaftlicher Konsens innerhalb politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Diskurse so schwierig geworden ist, drängender denn je. Außerdem interessieren uns die Ansichten/Meinungen/Aktivitäten von Künstler(inne)n und (Kultur)Politiker(inne)n im Zusammenhang mit der Rückkehr politischer Fragestellungen in die Kultur und die zeitgenössische Kunst. Herauszufinden ist u.a., "ob Grundsätze bestimmt werden können, die den verschiedenen Individuen, Kulturen und Traditionen ein humanes Leben und Zusammenleben erlauben." (Höffe).

Ort: ACC
Zeit: März bis Dezember 2005, in der Regel zweimal im Monat sonnabends 19 Uhr
Die Tischgesellschaft ist für alle Interessierten offen.

Gesprächseröffnung: Dr. Christoph H. Werth, M.A., Friedrich-Schiller-Universität Jena "Freiheit und Medien - Über Anspruch und Wirklichkeit im deutschen Mediensystem" Dr. phil. Christoph H. Werth, M.A., Historiker und Publizist, lehrt seit dem Jahr 2000 Medienpolitik und Politische Wissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Ausgehend von der geschichtlichen Entwicklung der Presse- und Meinungsfreiheit in Deutschland, gibt Christoph Werth in seinem Vortrag einen Überblick über die Medienentwicklung in Deutschland seit 1945. Welche Lehren zog man in den beiden Teilen Deutschlands aus der totalitären Erfahrung des Nationalsozialismus? Wie gestaltete man in Westdeutschland eine freiheitliche Medienordnung? Welche Defizite hatte sie? Was war die Vorgeschichte der Einführung des privaten Rundfunks nach 1982? Wie veränderte sich die Medienordnung 1989/90 im Zuge der deutschen Einigung und durch die sogenannte "Informationsgesellschaft"?

Unter dem speziellen Fokus von Artikel 5 Grundgesetz - Meinungsfreiheit - fragt Christoph Werth nach den parteipolitischen Interessenlagen, innenpolitischen Kräfteverhältnissen und wirtschaftlichen Verflechtungen. Dabei geht er unter anderem auch den Fragen nach: Wie instrumentalisieren Wirtschaft und Parteien die Medien? In welchem Spannungsfeld zwischen Politik und Wirtschaft bewegen sich die Medien? Sind Journalisten käuflich? Wie korruptionsanfällig ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk - wie sich beim Fall "Marienhof" und aktuellen Fällen von Schleichwerbung und "Productplacement" zeigten? Bietet das Internet Chancen, eine Gegenöffentlichkeit gegen (neoliberale) Meinungskartelle zu schaffen? Welche Reformen und Alternativen sind denkbar und nötig? In souveräner Verknüpfung von aktueller Analyse und historischer Perspektive gibt der Medienexperte Chistoph Werth Antwort auf diese Fragen.

Zur Person: Dr. phil. Christoph H. Werth, M.A., Historiker und Publizist, lehrt seit dem Jahr 2000 Medienpolitik und Politische Wissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Er war Mitarbeiter am Institut für Politische Wissenschaft der Universität Bonn, Büroleiter eines Parlamentarischen Staatssekretärs mit besonderer Zuständigkeit für Medienpolitik (1990 - 1996), wissenschaftlicher Mitarbeiter der Enquete-Kommission "Zukunft der Medien - Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft" des Deutschen Bundestages (1996 - 1998), Dozent für Politische Wissenschaft an der Universität Bonn (1996 - 2000) und Geschäftsführer des "Forums Informations-gesellschaft" der Bundesregierung (1998 - 2000).

Seine Dissertation "Sozialismus und Nation" - ein Werk von 400 Seiten - liegt bereits in 2. Auflage vor (Weimar 2001) und hat inzwischen den Rang eines Standardwerkes zur politischen Ideengeschichte. Weitere Veröffentlichungen: "Konrad Adenauer - Strategie und Weltsicht" (Frankfurt a.M. 1991); "Medienethik - die Frage der Verantwortung" (Hrsg., Bonn 1999), zudem zahlreiche Artikel und Aufsätze, Vorträge und Interviews zur Medienpolitik, Medienethik, Informationsgesellschaft, Zeitge-schichte, Demokratietheorie und Zivilgesellschaft. Christoph Werth ist Mitglied des Netzwerks Medienethik, der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) und der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP).

Samstag, 03.09.2005, 19:00 Uhr, ACC