Tischgesellschaft
'Gesellschaftsspiele'

Globalisierung: westliche oder universale Werte

Gesellschaftsspiele - Tischgesellschaft des ACC

Gesellschaftsspiele
Tischgesellschaft des ACC
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Diese Tischgesellschaft will wieder Gelegenheit bieten und dazu auffordern, visionäre Gesellschaftsentwürfe zu wagen und zu formulieren und dazu Fragen zu stellen und zu kommunizieren.

Hintergrund: Gesellschaftliche Perspektiven zu denken, auch wenn es sich zunächst um Fantasien und Wünsche handelt, erscheint heute, weil ein allgemeingültiger gesellschaftlicher Konsens innerhalb politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Diskurse so schwierig geworden ist, drängender denn je. Außerdem interessieren uns die Ansichten/Meinungen/Aktivitäten von Künstler(inne)n und (Kultur)Politiker(inne)n im Zusammenhang mit der Rückkehr politischer Fragestellungen in die Kultur und die zeitgenössische Kunst. Herauszufinden ist u.a., "ob Grundsätze bestimmt werden können, die den verschiedenen Individuen, Kulturen und Traditionen ein humanes Leben und Zusammenleben erlauben." (Höffe).

Ort: ACC
Zeit: März bis Dezember 2005, in der Regel zweimal im Monat sonnabends 19 Uhr
Die Tischgesellschaft ist für alle Interessierten offen.

Frank Sieber, Weimar: "Thomas Morus' Utopia oder: Die Rede über die beste Staatsverfassung"(*) Mit seiner Idee vom idealen Staatsgebilde Utopia, einer Gesellschaft rationaler Ordnung, Gütergemeinschaft und sozialer Gleichheit, setzte Thoma Morus um 1515 nach Christi ein Zeichen für künftige Staatsstrukturen. Aber wer lenkt die geschichtlichen Entwicklungen? Gehen wir davon aus, dass Gesellschaftsspiele stattfinden. Dies ist zunächst einmal ein aus zwei Hauptworten zusammengesetzter Begriff, bei dem nach den Regeln der deutschen Grammatik der zweiten Teil den ersten näher definiert. Handelt es sich um Spiele "mit" oder um Spiele "von" Gesellschaften? Die organisierten Staatsstrukturen oder Gesellschaftssysteme, die Thomas Morus, der am 9. Juli 1535 um neun Uhr morgens geköpft wurde, in jedem Fall kannte, waren die Hochkulturen der Griechen und Römer. Vielleicht wusste er auch ein wenig von denen der Chinesen, Inder oder Maya. Was Morus den Menschen mit seiner Idee von der "besten Staatsform" überließ, ist jedoch ein Blick in die Gesellschaftsspiele der Zukunft. Antworten auf die Frage danach, welche Rolle die Obrigkeiten und die Werktätigen einzunehmen oder wie die Menschen miteinander, sowie mit ihrem Glauben umzugehen haben, schenkt Morus uns in "Utopia" mit bezaubernder Schönheit. Wie aber gehen wir damit um, dass Spiele mit gesellschaftlichen Ordnungen gespielt werden? Die erste These, es handele sich um Spiele von Gesellschaften, also um von Menschen veranlasste gesellschaftliche Entwicklungen, müsste damit zu begründen sein, dass das menschliche Individuum in seinem Leben von den verschiedenen Handlungsoptionen Gebrauch macht, die ihm seine Sozialisation ermöglicht. (Frank Sieber)

(*) Zu Thomas Morus' "Über die beste Staatsverfassung und die neue Insel Utopia" (1516)

Samstag, 23.04.2005, 19:00 Uhr, ACC