Tischgesellschaft
'Gesellschaftsspiele'

Globalisierung: westliche oder universale Werte

Gesellschaftsspiele - Tischgesellschaft des ACC

Gesellschaftsspiele
Tischgesellschaft des ACC
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Diese Tischgesellschaft will wieder Gelegenheit bieten und dazu auffordern, visionäre Gesellschaftsentwürfe zu wagen und zu formulieren und dazu Fragen zu stellen und zu kommunizieren.

Hintergrund: Gesellschaftliche Perspektiven zu denken, auch wenn es sich zunächst um Fantasien und Wünsche handelt, erscheint heute, weil ein allgemeingültiger gesellschaftlicher Konsens innerhalb politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Diskurse so schwierig geworden ist, drängender denn je. Außerdem interessieren uns die Ansichten/Meinungen/Aktivitäten von Künstler(inne)n und (Kultur)Politiker(inne)n im Zusammenhang mit der Rückkehr politischer Fragestellungen in die Kultur und die zeitgenössische Kunst. Herauszufinden ist u.a., "ob Grundsätze bestimmt werden können, die den verschiedenen Individuen, Kulturen und Traditionen ein humanes Leben und Zusammenleben erlauben." (Höffe).

Ort: ACC
Zeit: März bis Dezember 2005, in der Regel zweimal im Monat sonnabends 19 Uhr
Die Tischgesellschaft ist für alle Interessierten offen.

Gesprächseröffnung: Prof. Dr. Dr. Otfried Höffe, Lehrstuhl für Philosophie an der Eberhard Karls Universität Tübingen

zur Erläuterung:

  1. Gegen eine ökonomistische Verkürzung:
    die Globalisierung hat drei Dimensionen
    • globale Kooperationsgemeinschaft,
    • globale Gewaltgemeinschaft,
    • globale Gemeinschaft von Risiko, Not und Leid
  2. Für die globale Zivilisation droht die Gefahr eines Rechtskulturimperalismus
  3. Therapie:
    • nur ein Zivilisationsrahmen statt einer homogenen Zivilisation,
    • interkulturelle Rechtsdiskurse,
    • globalisierungsfähiger Wert Nr. 1: Natur-, Geisteswissenschaften, Medizin
    • globalisierungsfähiger Wert Nr. 2: ökonomische Rationalität in ökologischer Verantwortung,
    • globalisierungsfähiger Wert Nr. 3: Recht, z.B. strafrechtlicher Schutz allgemeinmenschlicher Rechtsgüter

Für nähere Überlegungen s. O. Höffe "Wirtschaftsbürger, Staatsbürger, Weltbürger - Politische Ethik im Zeitalter der Globalisierung" C.H. Beck-Verlag - München 2004

Donnerstag, 17.03.2005, 19:00 Uhr, ACC

"Das Philosophieren kann an nahezu jedem Punkt unserer Alltagserfahrung ansetzen. Es bedarf nur der Fähigkeit, Bekanntes in Frage zu stellen: methodisch, aber auch "erfahrungsgesättigt", gründlich und unter Einbezug der eigenen Voraussetzungen. Das Medium des Philosophierens und zugleich seine einzige Autorität bildet die allgemeinmenschliche Vernunft. Mit ihrer Hilfe geht es um genaue Phänomenbeschreibung, um differenzierte Begriffe, um widerspruchsfreie Argumente und um die systematisch-reflexive Erhellung größerer Wissensbereiche. Mich persönlich interessiert aus der Alltagserfahrung vor allem das weite Feld menschlicher Praxis: vom personalen Handeln über Wissenschaft und Technik (die "Moral als Preis ihrer Modernisierung") bis zu Recht, Staat und Politik, einschließlich Fragen einer globalen Rechtsordnung. Weil die Philosophie in diesem Bereich nicht auf traditionelle Autoritäten festgelegt ist: weder auf gesellschaftliche Üblichkeiten noch hergebrachte Ordnungen oder heilige Schriften, kann sie sich als Anwalt der Menschheit verstehen. Mein weiteres, bislang noch beiläufig entwickeltes Interesse gilt der Frage, ob die Philosophie zu Grundlagendebatten in Mathematik und Naturwissenschaft, hier besonders der Physik, beitragen kann. Im Rahmen der praktischen Philosophie versuche ich in einem "interkulturellen Gerechtigkeitsdiskurs" für Recht, Staat und Politik Grundsätze zu bestimmen, die den verschiedenen Individuen, Kulturen und Traditionen ein humanes Leben und Zusammenleben erlauben. (...)"

Otfried Höffes neues Buch: /Wirtschaftsbürger Staatsbürger Weltbürger. Politische Ethik im Zeitalter der Globalisierung/, C. H. Beck Verlag, München. Seine letzte Buchveröffentlichung: /Kants Kritik der reinen Vernunft. Die Grundlegung der modernen Philosophie/ (2003) liegt jetzt in 4. Auflage vor.

Arbeitsschwerpunkte

  • Aristoteles
  • Immanuel Kant
  • Moralphilosophie
  • Politische Philosophie (Rechts- und Staatsphilosophie)
  • Angewandte Ethik (ökologische Ethik, medizinische Ethik, Wirtschaftsethik usw.)
  • Erkenntnistheorie

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