Die Architektur der Unorte

Initiative Freiraum Weimarplatz
Freiraum Weimarplatz

... den Weimarplatz neu denken

Die Initiative frei | raum w e i m a r p l a t z widmet sich den Transformationen des Weimarplatzes am früheren nationalsozialistischen Gauforum in Weimar. Dabei stellt sich vor allem die Frage, wie im Gestaltungskonzept der "räumlichen Leere" zwischen neuen Nutzungen und einem Ort nationalsozialistischer Vergangenheit vermittelt werden kann.

www.freiraum-weimarplatz.de Kontakt: Philippe Schmidt 03643-252636

Rikola-Gunnar Lüttgenau, Weimar

Als die Alliierten 1945 die Tore der Lager öffneten, kam etwas zum Vorschein, das die Soldaten bislang noch nie gesehen hatten. Und als sie es gesehen hatten, waren sie sich sicher: Das ist die Hölle. Aber wie kann man die Hölle zeigen? Und soll man sie überhaupt zeigen? Zumindest bemerkenswert ist es, dass die ersten Denkmäler nicht im KZ-Gelände, sondern in der Stadt geplant wurden, in Weimar auf dem heutigen Goetheplatz und im Gauforum. Diese Plätze schienen geeigneter, das Ereignis zu erinnern als das ehemalige Barackenlager. Inzwischen scheint man sich in Deutschland darüber einig geworden zu sein, wie ein ehemaliges Konzentrationslager gestaltet sein soll. Zumindest werden derzeit die großen KZ-Gedenkstätten, von Neuengamme bis Dachau, von Bergen-Belsen bis Sachsenhausen, neu gestaltet - zu weiten Teilen nach einem einheitlichen Muster. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Gestaltung von KZ-Gedenkstätten seit 1945 und versucht, die oft selbstverständlich erscheinenden und doch kulturhistorisch tradierten Gestaltungsformen in den Blick zu bekommen. Und was man in den Blick bekommt, das kann man hinterfragen ...

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Referent: Rikola-Gunnar Lüttgenau, Studium der Geschichts- und Medienwissenschaften in Bochum, Hamburg und Düsseldorf, seit 1997 stellvertretender Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Zuletzt Veröffentlichung des Stadtführers "Weimar im Nationalsozialismus. Ein Stadtplan".

Freitag, 23.11.2007, 20:00 Uhr, ACC Galerie Weimar
Eintritt: 3 € / erm.: 2 € / Tafelpass: 1 €