Das Reichssportfeld in Berlin

Initiative Freiraum Weimarplatz
Freiraum Weimarplatz

... den Weimarplatz neu denken

Die Initiative frei | raum w e i m a r p l a t z widmet sich den Transformationen des Weimarplatzes am früheren nationalsozialistischen Gauforum in Weimar. Dabei stellt sich vor allem die Frage, wie im Gestaltungskonzept der "räumlichen Leere" zwischen neuen Nutzungen und einem Ort nationalsozialistischer Vergangenheit vermittelt werden kann.

www.freiraum-weimarplatz.de Kontakt: Philippe Schmidt 03643-252636

Von der politischen Geschichte zum Fußball: Die "historische Kommentierung" des Berliner Olympiastadions
Referentin: Prof. Dr. Stefanie Endlich, Honorarprofessorin für Kunst im öffentlichen Raum, Universität der Künste Berlin

Stefanie Endlich stellt Ihre Erfahrungen mit der städtebaulichen Großanlage vor. Wie schwierig es ist, wenn Politik, Sport und geschichtliche Auseinandersetzung zur Frage gestalterischen Handelns werden, soll in der anschließenden Diskussion erörtert werden.

Als Berlin sich Anfang der 90er Jahre (vergebens) um die Austragung der Olympischen Spiele 2000 bewarb, kam eine erste öffentliche Debatte über den Umgang mit dem "Reichssportfeld" zustande - einer Anlage, die für die XI. Olympischen Spiele 1936 nach Hitlers Vorstellungen erbaut wurde. Das große Bau- und Landschafts-Ensemble mit dem Olympiastadion im Zentrum, dem Maifeld mit Glockenturm und Langemarckhalle, der heutigen Waldbühne, den Anlagen des Sportforums und dem großen Skulpturenprogramm ist nahezu vollständig erhalten und gilt als eindrückliches Zeugnis nationalsozialistischer Bau-, Kunst- und Sportpolitik.

Nach einer langen und konfliktreichen Vorgeschichte - im Zusammenhang mit der Sanierung des Stadions und den Vorbereitungen zur Fußballweltmeisterschaft 2006 - erfolgte 2005/2006 die Realisierung des Projekts der "Historischen Kommentierung": 45 dezentrale Bild-Text-Tafeln und ein zentrales Multimedia-Angebot informieren über die Entstehungsgeschichte der Stadionanlage und die Olympischen Spiele.

In Kooperation: ACC Weimar mit der Initiative Freiraum Weimarplatz / Absolventen und Freunde der Europäischen Urbanistik der Bauhaus-Universität Weimar e.V. (AFEU e.V.)

Prof. Dr. Stefanie Endlich

Studium der Soziologie und Wirtschaftswissenschaften; Promotion zum Dr. rer. pol. am Fachbereich Philosophie und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin 1980; seit 2004 Honorarprofessur für Kunst im öffentlichen Raum an der Universität der Künste Berlin.

Dreijährige Lehrtätigkeit an der Technischen Universität Berlin, fünfjährige Arbeit für den Berufsverband bildender Künstler Berlins als Beauftragte für Kunst am Bau und Redakteurin der gleichnamigen Fachzeitschrift. Seit 1983 freiberufliche Tätigkeit als Publizistin mit den Schwerpunkten bildende Kunst, Architektur, Stadtgeschichte.

Lehrbeauftragte an der Hochschule der Künste Berlin seit 1978. Zahlreiche Bücher, Buch- und Katalogbeiträge, Ausstellungen und Projekte. Ständige Arbeit für Rundfunk und Fachzeitschriften.

Langjährige Zusammenarbeit mit Gedenkstätten in Projekten und wissenschaftlichen Beiräten.

Mitarbeit an Enzyklopädien zur NS-Geschichte und Publikationen des Zentrums für Antisemitismusforschung Berlin sowie an Publikationen des Historischen Instituts der Universität Potsdam.

Jüngstes Projekt: Historische Kommentierung des Olympiastadions Berlin, ständige Open-Air-Ausstellung und Multimedia, 2005/06 (mit Monica Geyler und Beate Rossié).

Ausstellungen u.a.: "Über die Schwierigkeit, sich der NS-Geschichte durch Kunst zu nähern", Museum für Gestaltung Zürich 1989 (mit Florian von Buttlar); "Fürstenberg-Drögen. Schichten eines verlassenen Ortes", Potsdam / Frankfurt am Main / Berlin / KZ-Gedenkstätte Ravensbrück 1994-2003

Bücher u.a.: Blickwechsel. 25 Jahre Berliner Künstlerprogramm (mit Rainer Höynck), Berlin 1990; Gedenken und Lernen an historischen Orten. Ein Wegweiser zu Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus in Berlin, Berlin 1995, 4. überarb. Aufl. Sommer 2006

Freitag, 27.10.2006, 20:00 Uhr, ACC Galerie Weimar
Eintritt: 3 € / erm.: 2 € / Tafelpass: 1 €