Erinnerung und Raum - Das ehemalige Reichsparteitagsgelände in Nürnberg

Initiative Freiraum Weimarplatz
Freiraum Weimarplatz

... den Weimarplatz neu denken

Die Initiative frei | raum w e i m a r p l a t z widmet sich den Transformationen des Weimarplatzes am früheren nationalsozialistischen Gauforum in Weimar. Dabei stellt sich vor allem die Frage, wie im Gestaltungskonzept der "räumlichen Leere" zwischen neuen Nutzungen und einem Ort nationalsozialistischer Vergangenheit vermittelt werden kann.

www.freiraum-weimarplatz.de Kontakt: Philippe Schmidt 03643-252636

Gesprächseröffnung Dr. Eckart Dietzfelbinger, Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände (Museen der Stadt Nürnberg) Welche Rolle spielen politische Kräfte, wenn es um die Umwandlung von Orten des Nationalsozialismus geht? Welche Tendenzen sind in dieser Auseinandersetzung an unterschiedlichsten Orten festzustellen, in denen das gebaute nationalsozialistische Erbe im Stadtraum eine sichtbare Herausforderung darstellt? Das Referat vermittelt den Umgang mit dem früheren Reichsparteitagsgelände seit 1945 bis heute.

Lange Zeit war er ahistorisch-pragmatisch geprägt. Teile der NS-Baureste wurden gesprengt. Mit der Neufassung des bayerischen Denkmalschutzgesetzes 1973 wurden die Baureste unter Schutz gestellt. Gedacht war u.a. daran, dort die Bundesgartenschau auszutragen, die Kongreßhalle als Fußballstadion, aber auch als Einkaufs- und Shoppingcenter zu nutzen und den Komplex der früheren SS-Kaserne abzureißen und dafür Gewerbeflächen zu gewinnen. Das von der Stadt Nürnberg 1985 begonnene Ausstellungsprojekt "Faszination und Gewalt" signalisierte den Beginn eines bewußteren Umgangs. Er führte nach der deutschen Wiedervereinigung zur Eröffnung des "Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände" im November 2001. Damit hat die Stadt 56 Jahre nach Kriegsende ihr steinernes NS-Erbe angenommen. Doch bleibt der Umgang mit dem Gesamtareal in städtebaulicher wie historischer Hinsicht eine permanente Herausforderung. Eine Schilderung der derzeitigen Diskussion in Nürnberg schließt den Vortrag ab.

Einführung zum Gespräch:

Philippe Schmidt/Philipp Zakrzewski, Institut für Europäische Urbanistik, Bauhaus-Universität Weimar (Initiatoren von 'Freiraum').

Mittwoch, 19.10.2005, 20:00 Uhr, ACC
Eintritt: 3 EUR, erm. 2 EUR