CD Präsentation

ALCESTE

Welt-Ersteinspielung der ALCESTE, der ersten Oper mit deutschem Libretto Präsentation der Doppel-CD anlässlich ihrer Veröffentlichung 2002.
Die Veranstaltung findet im Festsaal des Goethe-Nationalmuseums statt.

Freitag,05.04.2002, 15:00 Uhr, Weimar (Festsaal des Goethe-Nationalmuseums)

ALCESTE Musik: Anton Schweitzer. Libretto: Christoph Martin Wieland. Premiere: 28.5.1773, Weimar. Wiederaufführung: 5.9.1999, Hotel Elephant Weimar / 31.5.2001, Thomaskirche zu Erfurt.

ALCESTE (Schweitzer/Wieland) gilt als erste Oper mit deutschem Libretto überhaupt und wird nun als Welt-Ersteinspielung vorgelegt (NAXOS DEUTSCHLAND / mdr-Kultur). Für alle am Projekt der Wiederaufführung der ALCESTE Beteiligten ist die Vorlage dieses bedeutenden Werkes der Musik- und Literaturgeschichte ein glücklicher Abschluss der gemeinsamen Arbeit.

Wir freuen uns daher besonders, Sie aus diesem Anlass einzuladen. Sie haben die Möglichkeit, Solisten der ALCESTE, Stephan E. Wehr (Dirigent, musikalischer Leiter), Förderer, Organisatoren und Wegbegleiter kennenzulernen.

(*) "Ergetzen ist der Musen erste Pflicht ...". Geschichten und Anekdoten über Christoph Martin Wieland. Gesammelt und herausgegeben von Egon Freitag.
Reihe des Freundeskreises Goethe-Nationalmuseum. ISBN 3-931743-47-0
Programm:
Begrüßung durch den Künstler Cornel Wachter, Köln (ALCESTE e.V.), kurzer Vortrag zu Christoph Martin Wieland und zur Entstehungsgeschichte der ALCESTE, Dr. Egon Freitag, Stiftung Weimarer Klassik (*), Arien aus der ALCESTE mit Solisten der CD-Einspielung

Barbara Rauch/ACC

Bitte informieren Sie uns über Ihre Teilnahme. Kontakt: Tel. 03643/851262-61, 03643/258819, Fax 851263, rauch@acc-weimar.de Cornel Wachter, Tel. 0221/319561 cornelll@gmx.de

Anschriften:

Goethe-Nationalmuseum, Frauenplan 1, 99423 Weimar, Tel. 03643/545347

Vermittlung von Unterkunft:
Tourist-Information Weimar, Markt 10, 99423 Weimar, Tel. 03643/240013

ACC Weimar e.V., Burgplatz 1+2, 99423 Weimar, Tel. 03643/851261-62 Die ACC Galerie besteht seit Dezember 1988 in einem ehemals von Goethe bewohnten und 200 Jahre später von jungen Leuten besetzten Renaissancegebäude gegenüber dem Weimarer Stadtschloss. Als Austragungsort von über 130 Ausstellungen vornehmlich junger zeitgenössischer Kunst aller Medien aus der Thüringer Region sowie aus Deutschland, Europa und Übersee wurde sie in den letzten Jahren das Herzstück des gemeinnützigen Vereins ACC Weimar e.V. Das ACC betreibt ein Europäisches Atelierprogramm in Zusammenarbeit mit der Stadt Weimar und sein Café-Restaurant. Reihen wie Herzblut und "plus", Poetry, Theater im ACC und Jazz-Sessions gehören u. a. zu seinem kulturellen Engagement.

ALCESTE e.V.
Verein zur Förderung der Wiederaufführung der Oper ALCESTE c/o Cornel Wachter, Sachsenring 36, 50677 Köln, Tel. 0221/319561

Alceste

Stenogramm der Wiederaufführung:

1999: Alte Musik - neu entdeckt. Wiederaufführung der ersten deutschen Oper. Premiere der Wiederaufführung am 5.9.1999 / Richard Wagner Saal / Hotel Elephant Weimar. Dieses bedeutende Stück Musik- und Literaturgeschichte sollte durch die Wiederaufführung der geneigten Öffentlichkeit und der Wissenschaft vorgestellt und zugänglich gemacht werden, sodass es wieder möglich ist, sie ins Repertoire nationaler und internationaler Opernbühnen aufzunehmen.

2001: Wiederaufführung am 31. Mai 2001 in der Thomaskirche zu Erfurt nach revidiertem Notenmaterial von 1774 (anlässlich der Aufnahmen zur CD)

2002: Welt-Erst-Einspielung auf Doppel-CD .

Veröffentlichung der Doppel-CD (NAXOS / mdr) Ende Februar 2002. Präsentation der Doppel-CD vor Fachpublikum und der Öffentlichkeit am 5.4.2002, 15 Uhr, Festsaal des Goethe-Nationalmuseums in WeimarAlceste

Start zu ALCESTE im ACC 1999: Alte Musik - neu entdeckt. "Das ACC-Wieland-Paket".

Das ACC nahm das Goethe-Jahr 1999 zum Anlaß, unter dem Slogan Who the fuck is Wieland? eine lebendige Verbindung zum verschollenen Papa Wieland, wie ihn Herzogin Anna Amalia nannte, dem großen fruchtbaren Dichter und Denker, herzustellen. Was hat er seiner Zeit bedeutet. Und: Was kann er uns heute noch sein.

Diese Fragen Arno Schmidts waren Ausgangspunkt für das ACC-Wieland-Paket, das u.a. aus der Gestaltung und Betreibung des Lesekabinetts Goethe-Ruheraum (mit den Werken Wielands, Mobiliarentwurf: die "WIELANDSCHAFT" von Jenny Weiß, Produkt-Design-Studentin der Bauhaus-Universität Weimar, Egebnis einer Ausschreibung), der Wiederbelebung des Singspiels Alceste, der wielandbezogenen Ausrichtung des 5. Europäischen ACC-Atelierprogramms (zu einem zentralen Thema Wielandschen Denkens: der erotischen Aufklärung) und einer Reihe von Themenabenden (monatlich einem) bestand, zu denen Autoren aktuelle Beiträge speziell erarbeiteten. Als Höhepunkt der lebendigen Erinnerung an den Spracherneuerer und als ein herausragendes Ereignis im Kulturstadtjahr veranstaltete das ACCin Zusammenarbeit mit dem Kempinski Hotel Elephant Weimar und der Thüringen Philharmonie Gotha-Suhl, unterstützt von der Thüringischen Landeszeitung, dem Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und der Stadt Weimar die Wiederaufführung der Oper nach 225 Jahren am Ort ihrer Entstehung. Das Kölner Künstler-Ehepaar Helga und Cornel Wachter gab den Anstoß zur Wiederentdeckung Wielands und den Anstoß zur Wiederaufführung der Oper.

Weiterführend 2001: ALCESTE - ein Projekt ohne öffentliche Förderung

"Schluß mit dem Gejammer über finanzielle Verluste und vertane Chancen des 'Unternehmen Weimar 99'. Schauen wir auf das was bleibt, u. a. die Fortsetzung des 'Wieland-Paket für Weimar 99' der ACC Galerie Weimar." (Cornel Wachter). Unter dem Motto "Weimar 99 ist heute" hatte auch 2001 die "Lebendige Erinnerung an den Weimarer Klassiker Christoph Martin Wieland, das Wieland-Paket der ACC Galerie für Weimar 99" ihren Fortbestand.

Alceste

Kurzinformation zur ersten Oper mit deutschem Libretto - der Wielandschen Alceste

Die bedeutendste dramatische Schöpfung Christoph Martin Wielands, dem Dichter der Aufklärung und Wegbereiter der deutschen Klassik, war in den siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts das Singspiel Alceste. Alceste, eine Verschmelzung von Barockoper und Rokokovignette, deren Text in der Fachwelt als das erste deutsche Opernlibretto bekannt ist. Erstmals konnte auch das einfache Volk der Schauspielhandlung folgen. Nach Euripides erzählt es von der Gemahlin des Königs Admetos, die freiwillig an Stelle ihres Gemahls starb und von Herakles aus dem Hades befreit wurde. Klassische Motive sind die sanften Tugenden von Mäßigung, Güte, Edelmut und Treue sowie auch Hoffnung und Schicksal.

Wieland erprobte als erster unter den Weimarer Klassikern die Möglichkeit des an der Antike geschulten regelmäßigen Dramas, und Alceste wirkte in stilgeschichtlicher Sicht wahrhaftig wegweisend. Wie Gerd Ueding es ausdrückt, hat Wieland mit seiner ALCESTE ungewollt "... den Anlaß für die erste produktive Auseinandersetzung Goethes mit der antiken Dramatik" geliefert.

Goethe schrieb die Farce "Götter, Helden und Wieland", Wieland, konziliant und weise vorausschauend wie er war, druckte diese Schrift in seinem teutschen Merkur mit dem Hinweis, dem jungen Dichter den Vorwurf der "Gräkomanie" gegen ihn, Wieland, nicht übel zu nehmen. Vielmehr sollte der Leser auf diesen hoffnungsvollen jungen Dichter achten.

Seinen Komponisten fand Wieland in Anton Schweitzer, den er als einen Mann pries "in den alle Musen gefahren sind" und durch den er "in einen Taumel des Enthusiasmus für das lyrische Theater hineingehext wurde". Wieland erblickte in ihm "einen ächten Abkömmling der Pergolesi und Galuppi." Am 28. Mai 1773 hatte die Alceste, mit dem Libretto aus der Feder des damalig "bekanntesten deutschen Dichters" im Weimarer Schloß ihre Uraufführung. Der Erfolg der Oper war sehr groß. Der Weimarer Schloßbrand unterbrach die Erfolgsserie nicht. Alceste kam u.a. in Gotha, Leipzig, Mannheim, Dresden, Köln, Berlin, Prag, Hamburg, München und Frankfurt erfolgreich zur Aufführung.

Nach umfangreichen Quellenrecherchen mit dem Ziel, der ursprünglichen Fassung der ALCESTE, die seit dem Weimarer Schloss- brand von 1774 als verschollen gilt, so nahe wie möglich zu kommen, ist es dem musikalischen Leiter der Wiederaufführung Stephan E. Wehr gelungen, eine Partiturkopie, die den Vermerk 1774 trägt, in einem bedeutenden Archiv zu finden. Die Partitur liegt in heute nicht mehr üblicher Notation vor und musste in eine für einen Klangkörper im Jahr 2001 lesbare übertragen werden.

Lesen Sie weiter: