herzblut (Vortrags- und Gesprächsreihe zu zeitgenössischer Kunst)

Christoph Keller, Künstler / Berlin:
Reenactments / Archives as Objects as Monuments

HERZBLUT
Vortrags- und Gesprächsreihe zu zeitgenössischer Kunst. Zusammenarbeit von Kunstsammlungen zu Weimar, Bauhaus-Universität Weimar und ACC Weimar

Christoph Keller beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit Archiven. Das internationale wissenschaftliche Filmprojekt Encyclopaedia cinematographica wurde in den fünfziger Jahren am Institut für wissenschaftlichen Film in Göttingen (IWF) u.a. von Gotthard Wolf und von dem Verhaltensforscher Konrad Lorenz initiiert und umfaßt mehrere tausend, meist zweiminütige Filme, die ursprünglich, angeordnet in einer Art Matrix, die gesamte bewegte Welt erfassen sollten. Die belebte Welt wird nach Arten und Gattungen und deren spezifischem Bewegungsspektrum gegliedert und systematisch erfaßt. Film wird hier auf seine Essenz reduziert: Die Darstellung von Bewegung.

Christoph Keller, Bild aus dem <br />encyclopaedia cinematographica-projekt
Christoph Keller, Bild aus dem
encyclopaedia cinematographica-projekt

Christoph Keller spitzt in seiner Arbeit den Gedanken Encyclopaedia cinematographica zu. Er bearbeitet eine Auswahl von filmischen "Einträgen" der EC, isoliert daraus die kleinste mögliche Bewegungseinheit und reiht die so entstehenden Bewegungszyklen zu 40 Loops aneinander. Die sich endlos fortbewegenden Tiere werden parallel auf 40 Monitoren in der Ausstellungshalle als begehbarer Archivraum präsentiert. Die Arbeit spielt mit dem Gedanken des Archivs als Museum.

Installation connected to the "Cloudbuster-Project", the reenactments of scientific experiments of Wilhelm Reich from 1953-54 to influence the atmosphere by the means of Orgone-energy, conducted by Christoph Keller 2003/04. Wiederaufführung der wissenschaftlichen Versuche von Wilhelm Reich von 1953-1954, die Atmosphäre mit Hilfe der Orgon-Energie zu beeinflussen (Cloudbuster-Experimente).

*1967 in Freiburg (D); 1987-1992 Mathematik-Physik-Hydrologie Studium in Freiburg, Berlin und Santiago de Chile (RCH); 1993 Mitglied der interdisziplinären Kunst- und Videogruppe Botschaft e.V., freier Künstler in Berlin; 1996-1998 Postgraduierten-Studium für Medienkunst und Film an der Kunsthochschule für Medien in Köln; lebt und arbeitet in Berlin.

Mittwoch,17.11.2004, 20:00 Uhr, ACC Galerie
Eintritt: frei!


Christoph Keller - Cloudbuster-Projekt
14.11. - 31.12.2003
Schipper & Krome, Linienstr. 85, 10119 Berlin Deutschland Wiederaufführung der wissenschaftlichen Experimente von Wilhelm Reich von 1953-54 zur Wetterbeeinflussung mit Orgon-Energie. Teil 2: Verhinderung von Regenfällen über Berlin in der Zeit vom 14.-28.11.2003

Im Jahr 1953 begann der österreichische Psychoanalytiker Wilhelm Reich mit dem von ihm entwickelten "Cloudbuster" zu experimentieren, einem Apparat zur Beeinflussung der Atmosphäre, mit dem er Regen erzeugte und später auch verhinderte - verschiedenen Aufzeichnungen zufolge mit großem Erfolg. Die Basis für die Funktionsweise des atmosphärische Energieströme beeinflussenden Cloudbusters lag in Reichs Annahme von der Libido als einer universellen, sowohl Lebewesen als auch organischer Materie innewohnenden Lebensenergie, deren Strahlung er Orgon nannte - eine Wortschöpfung aus Orgasmus und Organismus.

Im Mai und Juni diesen Jahres stellte Christoph Keller Reichs Experimente mit einer Rekonstruktion des Cloudbusters während seines Aufenthalts als P.S.1-Stipendiat in New York in dem Versuch, Regen zu erzeugen, nach - während dieser Zeit erlebte New York die heftigsten Regenfälle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Die gegenwärtige Ausstellung bildet den zweiten Teil der Wiederaufführung der Cloudbuster-Experimente. Sie präsentiert den Galerieraum als Observatorium, von dem aus in den ersten vierzehn Tagen Experimente ausgeführt werden, mit dem Ziel, Regenfälle in dem für seine Feuchtigkeit berüchtigten Berliner Novemberwetter zu verhindern. (...) (aus: www.artfacts.net/.../13839/lang/2)

Wilhelm Reich
Nach seiner Flucht aus Wien, Berlin und Oslo begann der Freud-Schüler und Sexual-Forscher Wilhelm Reich nach dem Zweiten Weltkrieg in den Vereinigten Staaten seine Orgon-Theorie zur Universalwissenschaft auszubauen: die Oranur-Experimente wiesen die Verbindung von Orgon und Radioaktivität nach, mit den Cloudbustern gelang die Beeinflussung des Wetters, und die kosmische Überlagerung konnte physikalische Effekte wie die Gravität oder Hyperantriebe von Ufos erklären.