herzblut

Peter Zimmermann, Köln: Eigentlich könnte alles auch anders sein

HERZBLUT
Vortrags- und Gesprächsreihe zu zeitgenössischer Kunst. Zusammenarbeit von Kunstsammlungen zu Weimar, Bauhaus-Universität Weimar und ACC Weimar
Der in Köln lebende Künstler Peter Zimmermann (*1956) diskutiert in seinen Arbeiten immer wieder die Bedingungen von Kunst, ihre Präsentation im Raum und ihre Rezeption. Zimmermann imitiert in seinen Werken allgemein bekannte Produkte des Alltags und schreibt ihnen durch verschiedene Methoden der Verzerrung neuen, veränderten Inhalt. In seinen Wolldeckenmustern und Buchdeckelmalereien (in Öl oder Epoxydharz auf Leinwand ausgeführt) ist diese Imitation noch durchgehend zweidimensional und die Verzerrung wird durch Skalieren des Objekts oder Verzerrung der Proportionen hervorgerufen. Mit den zunächst auch proportional verzerrt wiedergegebenen Verpackungsschachteln kommen erste plastische Momente in sein Werk. 1993/94 gibt Zimmermann die räumliche Verzerrung der Kartons auf und ersetzt den bis dahin authentischen Werbeaufdruck durch selbst ausgewählte Texte - das Prinzip der Verzerrung wird damit von außen nach innen, von der Form auf den Inhalt, übertragen. Seit 1995 "remixed" der Künstler das digitale Material seiner eigenen Bilder, indem er sie durch ein Computerprogramm verzerren läßt. Wenn Peter Zimmermann in Weimar unter dem Titel "Eigentlich könnte alles auch anders sein" spricht, so zitiert er damit den Titel seiner jüngsten Arbeit - einer Buchveröffentlichung zu seiner Ausstellung im Kölnischen Kunstverein - "Das Abenteuer der Kontingens", d.h., der Zufall zieht sich thematisch wie ein roter Faden durch seine Arbeiten.
Mittwoch, 2.12.98, 21 Uhr, Große Galerie.
Eintritt frei!