herzblut

herzblut:
Christian Bracht, Kunsthistoriker, Aachen/Weimar:
Texte zur Kunst - Über die Notwendigkeit des Kommentars

HERZBLUT
Vortrags- und Gesprächsreihe zu zeitgenössischer Kunst. Zusammenarbeit von Kunstsammlungen zu Weimar, Bauhaus-Universität Weimar und ACC Weimar
Der 1964 in Düsseldorf geborene Kunsthistoriker Christian Bracht lebt und arbeitet seit Anfang dieses Jahres in Weimar. Bei HERZBLUT wird er das Zusammenspiel von Kunst und Kommentar im Laufe des 20. Jahrhunderts beleuchten. Dabei geht er davon aus, daß unser Blick auf die künstlerische Produktion entscheidend durch die Texte zur Kunst geprägt ist. Bracht wird die verschiedenen Funktionen des Kunstkommentars genauso zur Sprache bringen, wie seine historische Entwicklung, an deren vorläufigem Ende die dörfliche Struktur eines Kunstbetriebes steht, der so eng zusammengerückt ist, daß alle Beteiligten einander kennen und spätestens seit Anfang der 90er via Internet in ständigem Kontakt stehen. Die Bewohner dieses Dorfes sind es, die ihre Texte zur Kunst gleichermaßen erstellen, vertreiben und konsumieren. Bracht untermauert die unter den Verächtern der Moderne bereits seit den 50er Jahren kursierenden Verschwörungstheorien, wenn er davon ausgeht, daß die zeitgenössische Kunst - wenigstens teilweise - auf Absprachen innerhalb einer dörflichen Gemeinschaft von Künstlern und Kommentatoren basiert. Eine Verschwörung, die in seinen Augen jedoch auch ihre guten Seiten hat.
Mittwoch, 18.11.98, 21 Uhr, Große Galerie.
Eintritt frei!