herzblut

herzblut:
Regina Möller, Berlin:
Meinen Arbeitsplatz gibt es noch nicht

HERZBLUT
Vortrags- und Gesprächsreihe zu zeitgenössischer Kunst. Zusammenarbeit von Kunstsammlungen zu Weimar, Bauhaus-Universität Weimar und ACC Weimar
1994 veröffentlichte die in Berlin lebende Künstlerin Regina Möller (*1962) die erste Ausgabe ihrer Zeitschrift "regina" in Zusammenarbeit mit dem Künstlerhaus Stuttgart. 1997 erschien im Zusammenhang mit ihrer Ausstellung "Meinen Arbeitsplatz gibt es noch nicht" im Kunstverein München die zweite Ausgabe und im Augenblick erarbeitet Möller in Manchester das dritte Heft von "regina". Die Zeitschrifft, die sich äußerlich eng an die Erscheinungsform bekannter Frauenzeitschriften wie "Petra" oder "Brigitte" und deren Rubrizierungen Mode, Familie, Reisen etc. anschließt, bricht inhatlich mit den dort projizierten Gewohnheiten und kommentiert unter sozio- und kulturpolitischen Gesichtspunkten das Thema des jeweiligen Heftes. 1994 lautete der Untertitel der Zeitschrift "Reproduktion", die Publikation selbst stand hier im Mittelpunkt, das zweite Heft beschäftigte sich unter dem Titel "Produktion" mit den Lebens- und Arbeitswelten von Frauen. In ihrer Münchner Ausstellung, die denselben Titel trägt wie ihr Vortrag in Weimar, konfrontiert Möller die Kunst mit der Arbeitswelt, ein Thema, das sie auch in ihrem Label "Embodiment" wieder aufnimmt. Ausgehend von ihren Erfahrungen in verschiedenen Arbeitssituationen zur Finanzierung ihrer eigenen künstlerischen Arbeit reflektiert Möller die Produktionsbedingungen heutiger Kunst. Kunst und Arbeitswelt stehen sich hier nicht mehr feindlich gegenüber, sondern befruchten einander. Grauzone nennt Möller diesen Bereich, wo sich das Leben als Produktionsstätte der Kunst manifestiert, wo die Fiktion der künstlerischen und menschlichen Selbstorganisation wahr geworden ist.

Mittwoch, 1.7.98, 21 Uhr, Große Galerie. Eintritt frei!