herzblut

Maria Eichhorn/Berlin, Künstlerin

HERZBLUT
Vortrags- und Gesprächsreihe zu zeitgenössischer Kunst. Zusammenarbeit von Kunstsammlungen zu Weimar, Bauhaus-Universität Weimar und ACC Weimar

Maria Eichhorn (*1962) ist eine Künstlerin, deren Arbeiten sich erst in der Auseinandersetzung mit ihnen offenbaren. Der Grund ist nicht Verschlüsselung, sondern deren kommunikativer Charakter, der dem Wunsch der Künstlerin entsprechend den Betrachter zu eigenen Gedanken und Handlungen auffordert. Eichhorn sagt selbst, daß das, was sie zu ihren Arbeiten am meisten inspiriert, die Menschen sind. Ob sie, wie 1991 in einer Berliner Galerie, alle Räume mit salzhaltigem Inhalationsnebel füllte, um den geplagten Großstadtbewohnern ein wenig Meeresklima zu bescheren, oder, wie 1995 in einer Arbeit zum Leipziger Hauptbahnhof, 21 Freifahrscheine "zu allen Endstationen und zurück" verloste - das Zentrum der Kunst Maria Eichhorns bilden fast immer Menschen. Schon im Herstellunsprozeß einer großen Gruppe ihrer Arbeiten bezieht Eichhorn den Betrachter ein - mal passiv, mal sehr aktiv. Dazu stellt die Künstlerin 'Bildträger' in Form einer Plakatwand (Bienale Istanbul), grundierte Leinwände, Farben und Malutensilien (Paris und Berlin) oder der Beschreibung eines linguistischen Vorgangs (Berlin) zur Verfügung und überläßt es anderen, diese Bildträger zu füllen und damit die künstlerische Arbeit mitzubestimmen oder zu vollenden. In Weimar wird sie sicher auch über ihren Beitrag zum "Skulpturen.Projekt", Münster, oder über ihre Arbeit im Rahmen der Ausstellung 'nach Weimar' im Landesmuseum Thüringen sprechen. Im Sinne ihrer Arbeit ist das Publikum aufgerufen, am anschließenden Gespräch teilzunehmen.
Mittwoch, 17.12.97, 21 Uhr, Große Galerie. Eintritt frei!