herzblut

Daniel Buren/Paris, Künstler

HERZBLUT
Vortrags- und Gesprächsreihe zu zeitgenössischer Kunst. Zusammenarbeit von Kunstsammlungen zu Weimar, Bauhaus-Universität Weimar und ACC Weimar

Der französische Künstler Daniel Buren (*1938) zählt sicher zu den 'lebenden Legenden' der zeitgenössischen Kunst. Seine Arbeit begann Buren Ende der 60er Jahre als kritische Auseinandersetzung mit der traditionellen Malerei. Er entwickelte die inzwischen zu seinem Markenzeichen gewordene Abfolge von 8,7 cm breiten weißen und farbigen Streifen zu einer Art visuellem Instrument, das er in dieser Form seit über 30 Jahren unverändert anwendet. Diese absolut reduzierte Malerei wird von ihm als Werkzeug eingesetzt, mit dessen Hilfe er die Rahmenbedingungen von Kunst analysiert und bezeichnet: ihre Präsentation und Behandlung in Museen und Galerien, genauso wie eine mögliche Erweiterung von Kunst in den öffentlichen urbanen Raum. Daniel Buren legt das Hauptaugenmerk seiner Arbeiten immer auf den jeweiligen Ort, die Zeit und die Umstände ihrer Anbringung. Seine künstlerischen Eingriffe, zu denen seit einiger Zeit auch die Gestaltungen von Plätzen und öffentlichen Bauten zählen, reagieren auf das, was real gegeben ist und werden vor Ort (Buren: in situ) erarbeitet. Durch diese enge Anbindung an eine konkrete Situation existieren Burens Werke oft nur für die Dauer ihrer Ausstellung. Zurück bleiben Photo-Souvenirs, Kataloge und vom Künstler verfaßte Werkbeschreibungen, die genauso Teil seiner Arbeit sind, wie das ausgeführte Kunstwerk selbst. Daniel Buren, der zur Zeit auch mit zwei Entwürfen für Weimar beschäftigt ist, wird zu seinem Vortrag und anschließendem Gespräch aus seinem reichen Fundus an Dokumentationsmaterialien anhand verschiedener Werke der letzten Zeit seine Arbeitsweise vorstellen.

Dienstag, 16.12.97, 21 Uhr, Große Galerie. Eintritt frei! (Vortrag in englischer Sprache)