ausstellung

Universitätsgalerie im ACC:
Wir machen Tatsächliches unmöglich


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Nina Lundström: Die Scheibenwelt, Skulptur aus Untertassen, 2001-02

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Petra Peter, Inhaltsabgabe, Siena, 2001

Verschiedene Medien

Petra Peter, Rotterdam und Nina Lundström, Weimar

04.05.2002 - 26.05.2002, Universitätsgalerie und ACC Galerie

Eröffnung am Freitag, 3.5.2002, 20 Uhr.

Dienstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Eintritt frei!

Diese Ausstellung ist eine Entdeckungsreise durch das allzu Bekannte, mit Zwischenstopps im Unmöglichen, Traumhaften, bisweilen verlockend Absurden. Lundström und Peter beschäftigen sich mit den Gegenständen, die uns alltäglich begegnen. Ihre Blicke suchen in Gewohnheiten und fokussieren das Naheliegende, das im Alltag unsichtbar geworden ist. Sie drehen und wenden die Dinge in ihren Händen. Wo ist oben und wo unten? Humor wird ein wirksames Mittel. "Plötzlich überraschen die Dinge uns, und mit Begeisterung nehmen wir teil an dem kuriosen Treiben." Die Künstlerinnen verstehen sich als Schöpfer und Beobachter, die das Experiment im richtigen Moment mit sicherer Hand lenken als Vermittler zwischen dem Tatsächlichen und dem Unmöglichen.

Petra Peter

Petra Peter Einen besonderen Stellenwert bei Petra Peters gegenwärtigen Werken nimmt das Behältnis ein. Schalen, Schüsseln und Kannen stehen stellvertretend für das Wasser, so wie es in jedem Haushalt zu finden ist. Die ausgestellten Arbeiten sind im Rahmen des Graduiertenstipendiums des Freistaates Thüringen entstanden. "Die 1970 in Deutschland geborene und heute in Rotterdam lebende Künstlerin Petra Peter ist in ihrer künstlerischen Arbeit nach eigener Aussage vor allem darum bemüht, die 'Sphären zwischen Spülmaschine und Spaßbad, Waschzwang und Waschstraße, Taufe und Wüste auszuloten'. Petra Peter ist Bildhauerin und Malerin, sie hat gelernt, mit Porzellan zu arbeiten und zu schneidern, sie übernimmt auch schon einmal in ihren Performances zum Thema 'Salon' die Rolle der Frisörin, die den anderen die Haare schneidet und wäscht, die das Waschwasser in Behältern auffängt und aufbewahrt, und die während dieses Metiers auch immer gleichzeitig zur Beichtmutter und Psychologin wird. Sie liebt das Wasser und das Meer und sie verarbeitet in all ihren Werken auch immer sehr persönliche Erfahrungen und Erinnerungen." (Agnes Kohlmeyer)

Eine der ausgestellten Arbeiten trägt den Titel Inhaltsabgabe: Auf dem Boden stehen alte, benutzte Haushaltsplastikschüsseln. Sie sind in Form, Farbe und Größe verschieden und weisen individuelle Gebrauchsspuren auf. Die Schüsseln wurden in transparentem Kunststoff dupliziert. Wie Seelen schweben die Duplikate über den Originalen. Wasser tropft erst schnell und laut und dann immer langsamer und leiser werdend von den transparenten Schüsseln in die jeweiligen Originale.

Nina Lundström

Nina Lundström Nina Lundström, 1971 in Mölndal, Schweden, geboren, lebt und arbeitet seit dem Jahr 2000 in Weimar . Sie hat 1999 ihr Diplom Freie Kunst an der Statens Kunstakademi, Oslo, Norwegen, gemacht und ist zur Zeit Gaststudentin an der Bauhaus-Universität. Nebenbei ist sie Cutterin beim MDR in Erfurt. Nina Lundström arbeitet hauptsächlich mit dem Medium Video. Die von ihr gedrehten Videos integriert sie in verschiedene Formen von Installationen. Dazu entstehen oft skulpturale Objekte oder Zeichnungsprojekte mit der gleichen Thematik wie in den Videos. Zentral in ihren Arbeiten ist unser Verhältnis zum Alltag, wie wir leben, aber auch wie wir uns - teilweise unbewusst - begrenzen lassen von dem, was wir glauben, was von uns erwartet wird.


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