Fritz von Klinggräff über Flotsam & Jetsam. Ballast und Treibgut

Universitätsgalerie im ACC
April 2001 bis Juni 2002
"'Flotsam & Jetsam' - so heißt die Ausstellung von Künstlern und Studierenden der Bauhaus-Uni Weimar, die über den Umweg der documenta-Halle in Kassel nun in Weimar gelandet ist: "Flotsam & Jetsam - Ballast und Treibgut. Über Kunst und Müll und Kunst mit Müll". Das ist zum Beispiel: ein Toaster, ein Bohnerbesen, ein Heizlüfter. Die These : Müll ist der Ballaststoff unserer Erinnerung, er ist ihr Nährwert aber auch ihr nostalgisches Gift. Die Anti-These: Wo die Differenz zwischen Warenhaus und Müllhalde unsichtbar wird, gibt es auch keine Müllkunst mehr. Die Müllkunst in der ACC- und der Universitätsgalerie lotet - jedes Werk auf seine Weise und alle gegen die Tradition - diese Grenzgänge zwischen Wiederverwertung und Nullwert aus. Das macht den stillen thrill dieser Ausstellung aus. Andrea Huhndorfs Seifenreste zum Beispiel: Auf rotem Samt gewinnen sie die Dignität von Edelstein. Kunst als Auratisierungsmaschine ... im Moment des Wiedererkennens auf den zweiten Blick aber grinsen nur formlose Seifenreste zurück: 'na und?'"

(Fritz von Klinggräff. Aus einem Artikel zur Ausstellung)