ausstellung

Universitätsgalerie im ACC:
F5

Universitätsgalerie im ACC
April 2001 bis Juni 2002

10.11.2001 - 02.12.2001

Fünf Positionen der Studierenden der Mediengestaltung der Bauhaus-Universität Weimar aus dem Bereich Interface Design Georg Hänsdiecke, Matthias Hohm, Ralf Chille, Kristina Eschler, Gruppe chimere (Leitung Prof. Jens Geelhaar).

Die Arbeiten spiegeln einen Teil des Spektrums wieder, das Bestandteil der aktuellen Forschung und Lehre in diesem Bereich ist.

Georg Hänsdiecke,Robbili, intelligenter Roboter, 2001. Georg Hänsdiecke und Matthias Hohm beschäftigen sich mit intelligenter Elektronik in lebensnahen Bereichen. Sie erforschen in ihren Arbeiten die Kompetenzen, die kleine Einplatinencomputer in naher Zukunft in unseren Lebensbereichen entwickeln könnten. Jenseits der Themenschwerpunkte von For- schungszentren für Robotik oder industrielle Automation entwickeln sie spielerisch Arbeiten, die nicht nur Einblicke in die Möglichkeiten der Welt von Morgen bieten, sondern die in ihrer künstlerisch-gestalterischen Umsetzung auch eine eigene Position zu den verwendeten Technologien einnehmen. Die Arbeiten von Ralf Chille und Kristina Eschler beziehen sich auf die sichtbare Schnittstelle, den Monitor oder die Projektion, und reflektieren die programmiertechnischen und visuellen Eigenheiten der digitalen Medien. Kristina Eschler setzt sich über das Thema Zeit und die Scriptsprache Javascript mit den Besonderheiten des Mediums auseinander. Ralf Chille fügt der medieninhärenten Auseinandersetzung auf visueller Ebene noch eine weitere Ebene hinzu. Er löst den Monitor nicht nur aus seinem Gehäuse, sondern stellt ihn auch in einen neuen Bedeutungskontext. Die projizierten Bilder verbinden sich mit der transparent gewordenen Technik und ihrer Installation im Raum. Der Film der Gruppe chimere bietet uns einen Einblick in die Optionen interaktiver Unterhaltungsmedien. Die komplex verschachtelten Bedeutungsebenen des Films kann der Betrachter nur aktiv erfahren. Aus einer Tischgemeinschaft in einer sterilen Atmo- sphäre können wir in die Fantasiewelten der Akteure eintreten. So entsteht eine neue Realitätsebene, in der die Akteure in ganz neuen Konstellationen zusammentreffen. In Anlehnung an verschiedene Filmgenres werden neue Realitäten erzeugt, die uns nur scheinbar in die Welt der allabendlichen Fernsehfilme entführen wollen. Allen Arbeiten gemeinsam ist die interaktive Auseinandersetzung mit den Wechselwirkungen der medieninhärenten technischen, den ästhetischen und den inhaltlichen Qualitäten. In diesen Wechselwirkungen sind auch die neuen Ausdrucksmöglichkeiten zu suchen, die diese Medien für die künstlerische oder gestalterische Auseinandersetzung qualifizieren. In der Entwicklung der bildenden Kunst und der Gestaltung haben neue Technologien immer auch neue Bildwelten und neue Bedeutungsebenen erschaffen. Durch die künstlerisch-gestalterische Erforschung der Möglichkeiten im Umgang mit diesen Technologien erfinden wir eine Erweiterung unserer bisherigen Wirklichkeit und eröffnen den Blick in die Welt der Visionen - die Welt der nächsten Generation. (Jens Geelhaar)