RG und/and ACC stellt vor/presents:

Autonom ist noch nicht einmal der Mond
Even The Moon Is Not Autonomous

Pressemitteilung

ACC, Burgplatz 1+2
99423 Weimar
T 03643/851261
F 03643/851263
info[at]acc-weimar.de

Abb. Peter Bellars - Par For The Course
Abb. Peter Bellars - Par For The Course

Ausstellung/ Exhibition:

ACC Galerie Weimar
Burgplatz 1+2
D - 99423 Weimar

bis/till 26/09/2004

offen/open Di-Sun 12 - 18 Do 12 - 21

Do 7pm Filmvorführung/screening "Peep TV Show" von/by Yutaka Tsuchiya

Führungen sonntags 15 Uhr Guided Tours on Sundays 3pm

ARTiT, Arts Initiative Tokyo (AIT), Peter Bellars, CommandN, Clean Brothers, Hiroshi Fuji, Makoto Ishiwata, P3 art and environment, TANY, Noboru Tsubaki, VIDEO ACT!, Videoart Center Tokyo, Kenji Yanobe

Basierend auf der künstlerischen Feldstudie der Projektgruppe REINIGUNGSGESELLSCHAFT Autonomy and Political Action - zur Modellfunktion kooperativer Strukturen in der zeitgenössischen japanischen Kunst werden künstlerische Positionen aus Japan vorgestellt.

Es ist der reale Kampf zwischen künstlerischer Selbstverwirklichung und wirtschaftlicher Selbstbehauptung, der das kleinste gemeinsame Vielfache und zugleich das Motiv für diese Ausstellung bildet. Es sind die künstlerische Autonomie - die täglich neu erobert werden muss - und ihr Handlungsspielraum, die unsere Fragestellungen diktierten. Es sind die wachsende politische Beliebigkeit und der immense wirtschaftliche Druck bis zur kommerziellen Instrumentalisierung durch Politik und Wirtschaft, die Kunst, Künstler/innen und Kunstinitiativen existenziell in Frage stellen.

Trotz Japans wirtschaftlichem Aufstieg zur High-Tech-Nation seit 1970 und dessen durch Innovation, Produktivität, Bevölkerungsdichte und geografische Situation bedingte ökonomische Ballung erhöhte sich die internationale Sichtbarkeit seiner Künstler/innen nicht wesentlich. Welches künstlerisch-kritische Potenzial birgt eine auf Selbstlosigkeit sowie Arrangement statt Konfrontation basierende fernöstliche Gesellschaft im Unterschied zur auf Individualität ausgerichteten westlichen, deren "Werte" sie assimiliert? Umgeben von einem schwach entwickelten Kunstmarkt suchen die teilnehmenden Künstler/gruppen und Kunstinitiativen nach alternativen Wegen, um globale, staatliche oder institutionelle Fehlstellen zu besetzen. Teils entstehen dabei mikroökonomische Solidargemein-schaften, selbstorganisierte Netzwerke und Aktionen, die sich trotz ihrer inhaltlichen Freiheit im kapitalistischen System behaupten müssen und Ressourcen wie Technik, Studio oder Auftrittsmöglichkeiten kostensparend gemeinsam nutzen. Der Preis, mit dem sich viele Künstler/innen und Kunstvermittler/innen ihre Unabhängigkeit mittels prekärer Beschäftigungsverhältnisse erkaufen, ist sehr hoch; ihr sozialer, politischer und ökonomischer Wirkungsraum hingegen äußerst gering. Insofern führt Autonom ist noch nicht einmal der Mond die Feldstudie Autonomie und politisches Handeln der Projektgruppe REINIGUNGSGESELLSCHAFT zur Modellfunktion kooperativer Strukturen in Japans aktueller Kunst (2003) weiter und steht in der Tradition der Ausstellung Get Rid of Yourself mit zehn kritischen amerikanischen Künstler/Kollektiven (2003) und der Schau The Voices from Tokyo der Group 1965 (1998/99), in der erstmals Kunst aus Japan im ACC vorgestellt wurde. Die Installationen, Filme, Photographien und Objekte sprechen Themen wie Überwachung, Terror, Gewalt, Krieg, Nationalismus, Aktivismus und politische Vergangenheit, aber auch Konsum, Bildung, Umwelt, Arbeit, Emanzipation und Globalisierung an und entstanden - bis auf wenige Ausnahmen - seit 2000. Darüber hinaus versucht die Ausstellung, per Dokumentation mit den Hintergründen künstlerischer Produktion und deren öffentlicher Wahrnehmung vertrauter zu machen.

Eine Ausstellung der ACC Galerie Weimar in Koproduktion mit der REINIGUNGSGESELLSCHAFT.

Mit freundlicher Unterstützung durch Hitomi Hasegawa, work-in-progress, Tokio.

Gefördert durch die kulturstiftung des bundes, The Japan Foundation, das Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, die Jenoptik AG, die Stiftung Federkiel/Halle 14, Leipzig, die Stadt Weimar und den ACC-Förderkreis.

Im Ergebnis der Ausstellung erscheint ein Katalog.

REINIGUNGSGESELLSCHAFT

0049 172 7851872 (Henrik Mayer)
0049 179 5262785 (Martin Keil)

Zittauer Str. 4
D- 01099 Dresden
Germany

Weitere Informationen: