Elisabeth-Jane Grose

Elizabeth-Jane Grose (London, *1963) kam als erste Künstlerin des Programms im Sommer 1994 nach Weimar. Sie hat in England Kunst studiert und 1989 ihr Meisterdiplom am Goldsmiths College der Londoner Universität abgelegt. Ausstellungen und Stipendien führten sie seitdemin einige Länder Europas. Während ihres ACC-Aufenthaltes konzentrierte sich die Künstlerin auf das Wechselspiel von Sprache und Objekt und kreierte in der Serie "False Friends" Objekte, die in der deutschen und englischen Sprache dieselbe Buchstabenfolge, aber eine andere Bedeutung haben (wie Hut=Hütte, Hose=Schlauch, Rock=Gestein, Boot=Stiefel). Das T(ea)-Shirt, aus Tee-Aufgußbeuteln zusammengenäht, war wohl das unvergeßlichste Bild in jener Reihe oder ihr "Bulb-Field", das eigentlich ein "Tulpenzwiebel-Feld" hätte sein können, aber bei wortwörtlicher Auslegung ein Feld aus Glühlampen war. Grose blieb auch nach ihrem Weimar-Aufenthalt dem ACC verbunden, erarbeitete mit Claus Bach Leuchtkästen. In dem gemeinsamen "London-Project" kombinierten sie auf Trödelmärkten und in Ramschläden Londons erworbene, kitschig illuminierte Kinderspielzeuge mit verschiedenen Körperpartien der Künstler, die vom Spielzeug beleuchtet wurden. Im letzten Jahr erhielt Grose, die mittlerweile ihr Atelier bei den Florence Trust Studios in der Kirche St. Saviours im Londoner Aberdeen Park hat, zwei Aufträge zur Gestaltung öffentlicher Plätze. Einmal in Birmingham und ein andermal in einer Kleinstadt in Mittelengland beschäftigte sie sich in einer größeren Dimension mit den oft irritierenden Möglichkeiten, die Sprache bietet.