Tatjana Bergelt

Tatjana Bergelt (Weimar und Berlin,* 1966) führte spätestens seit Beginn der politischen Veränderungen in Ostdeutschland, die zeitlich mit dem Abschluß ihres Kunststudiums zusammentrafen, buchstäblich ein bewegtes Leben. Die zweisprachig aufgewachsene und familiär von der russischen Kultur geprägte Künstlerin verließ die Thüringer Enge und bewegte sich künstlerisch zwischen den Welten ihrer geteilten Herkunft mit dem atmosphärischen, allgegenwärtigen Hintergrund Rußland und der expressiven deutschen/westlichen Kultur. Der menschliche Körper als einsame Figur im Raum oder in Wechselwirkung mit anderen Körpern, zu dem sie in ihren ikonenverwandten Malereien, in Collagen oder Lithographien intuitiv findet, ist eines ihrer Leitmotive. Die Sprache als grafisches Element ihrer Buchobjekte erweitert Tatjana Bergelts Arbeitsfeld. Mit ihrer ersten großen Einzelausstellung "füssE", aus deren Anlaß das ACC einen Katalog herausgab, wurde Bergelts sechsjähriges Nomadenleben in Paris, Moskau, Barcelona und Berlin in den "Aufenthaltsräumen" des ACC stationär behandelte.