Claus Bach

Claus Bach (* 1956, Weimar) realisierte seit seiner ersten ACC-Ausstellung "Knallkörper" 1991 verschiedene Projekte mit der ACC Galerie, u.a. den umfassenden Katalog "Kopfüber" mit einer Gesamtschau zu seinem fotografischen Werk von 1980 bis 1994. Seit dieser Zeit arbeitet er freischaffend und ist auch als Kunstozent in Weimar und Trier tätig. Fotografische Zeitzitate waren schon immer Bachs Weggefährten. Sein Spiel mit Manipulationsmechanismen und Klischees, mit Austauschbarkeit und Uniformität deckt die Künstlichkeiten unserer Lebensräume auf und schafft Irritationen.

Sein neues Projekt "BACH 2000" wird in Form einer Themenausstellung im Mai 2001 in seiner Gesamtheit in der ACC Galerie verbunden mit einer Publikation gezeigt. Indem Bach kontinuierlich und tagebuchartig Fragmente sammelt und fotografiert, entwickelt er die Ideen für seine inszenierten Fotos und Installationen, die Banales ebenso wie Absurdes enthalten und die Fantasie provozieren.

BACH 2000. "1. Die Basis: Seit ich denken kann, bin ich natürlich bei Nennung meines Namens wie viele andere Bachs penetrant nach einer Verwandschaftsbeziehung zum weltberühmten Namensvetter befragt worden. Und dieses Jahr kulminierte die Sache natürlich. 2. Die Idee: Zu Lebzeiten galt J.S.B. als sehr temperamentvoller, streitbarer Charakter. Er musste ständig um Verständnis und um die Verbreitung seiner nicht immer leicht zugänglichen Kompositionen kämpfen und sich mit vielen "Strohköpfen", wie er sie oft nannte, auseinandersetzen. Ein Umstand, der sich heute - natürlich im übertragenen Sinn - wenig verändert hat: Am Anfang des dritten Jahrtausends existiert die Kluft zwischen medienwirksamer Massenkultur einerseits und "schwieriger" Hochkultur andererseits um so deutlicher. Meist allerdings überspült vom überbordenden globalen Massenkultourismus, besonders an Brennpunkten bestimmter Kunst- und Kulturevents. Längst ist das "Wie", die Form, um ein vielfaches wichtiger als das "Was", die Substanz, geworden - allen Aufklärungs- und Vermittlungsversuchen zum Trotz. Diesem immerwährenden widersprüchlichen Phänomen habe ich in meinem Projekt auf etwas überhöhte Art nachgespürt. 3. Das Projekt: An den wichtigsten Wirkungsorten meines berühmten Namensvetters - in Eisenach, Arnstadt, Weimar, Köthen und Leipzig - habe ich mich als neuzeitlicher "Bachjahr-Kultourist" begeben und dort mit verschiedenen Bach-Souvenirs und ähnlichen Utensilien selbst fotografiert. Dasselbe tat ich an "neuzeitlich-touristischen" Bach-Orten wie den Toskana-Thermen in Bad Sulza oder den Porzellanwerken in Blankenhain. Wichtig war, an diesem Beispiel den Gegensatz zwischen originär gewachsener kultureller Substanz und heutiger lachser Event-Kultur spürbar zu machen und sich daran zu reiben." (Claus Bach)

Gemeinsam mit Naomi Tereza Salmon arbeitete er 1998 für die Ausstellung STADTRUNDFAHRT, die auf ironische Art vom Verhältnis zwischen eigener Wahrnehmung und der Kommunikation im Alltag am Beispiel des Phänomens Stadttourismus, dem Weimar, die Kulturstadt Europas 1999 als Impulsgeber des Projekts auf besondere Art verfallen ist, erzählen soll.