Partnerinstitution Halle 14:

Passion des Sammelns

Partnerinstitution Halle 14:

Passion des Sammelns

Sammlung Reinking / Sammlung Federkiel

01.05.2005 bis 20.11.2005, Halle 14, Stiftung Federkiel, Leipziger Baumwollspinnerei

Projekt Halle 14 der Stiftung Federkiel, Baumwollspinnerei Leipzig, Spinnereistr. 7, 04179 Leipzig, T 0341/4924202, Fax 0341/4924729, halle14[at]federkiel.org, http://www.federkiel.org

Geöffnet Freitag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. Jeden Sonnabend 15 Uhr Führung durch die Ausstellung.

Die Ausstellung vereint junge europäische Kunstsammlungen in mehreren miteinander verbundenen Ausstellungshallen zu einem temporären Sammlermuseum

Ansicht eines Teils des Geländes der Baumwollspinnerei Leipzig, links Eingang zur Halle 14. Foto: Claus Bach
Ansicht eines Teils des Geländes der Baumwollspinnerei Leipzig, links Eingang zur Halle 14. Foto: Claus Bach

Die Ausstellung Passion des Sammelns vereint zwei junge Kunstsammlungen zu einem temporären Sammlermuseum. Sie soll eine Diskussion über den Stellenwert von privaten Kunstsammlungen in unserer Kultur, die sozialen Hintergründe sammlerischen Agierens und den oft sehr persönlichen, auch produktiven Austausch zwischen Künstler und Sammler ankurbeln. Im Zentrum der Präsentation steht die lebendige Vielfalt der Kunst der Gegenwart mit vorwiegend jungen künstlerischen Positionen. Die passionierte, persönliche Zuneigung zum Sammelobjekt und vor allem zum Künstler, sowie der Anspruch, etwas für ihn zu tun, zu vermitteln, kommen unter anderem als Motive des Sammelns zur Sprache. Denn dass hinter dem finanziellen Engagement des Sammlers oft auch nichtmonetäre Qualitäten stecken, ist nicht allzu bekannt: Sammler sind oft Förderer oder gar Erzeuger flüchtiger Güter menschlichen Geistes - wie der Inspiration. Als Partner und manchmal Seelenverwandte aus dem Off des Kunstmarktes bieten sie "ihren" Künstlern nicht selten eine erste Hilfe, Beratung oder gar Betreuung, bevor der Händler, Kritiker oder Kurator auf der Bildfläche erscheint. Sie sorgen für Solidarität unter den Künstlern oder fangen sie auf, wenn ihnen im Kunstzirkus ein Bein gestellt wurde. Nicht zuletzt thematisiert die Ausstellung also die gesellschaftliche Relevanz des Sammelns und seinen Einfluss auf die Bestimmung kollektiver Wertehorizonte. In der Sammlung Reinking gehen klassische Positionen der Gegenwartskunst wie Björn Melhus, Jan Smejkal und Rainer Splitt einen Dialog mit jungen Künstlern wie Till Gerhard, Henning Kles oder Stefan Panhans ein. Rik Reinkings Sammlerleidenschaft orientiert sich an der Kunstproduktion seiner Generation. So macht es denn auch die Gegenwärtigkeit dieser Sammlung aus, dass sie auf einen Werkbegriff rekurriert, der das Werk als Handlungsraum erklärt. Selbstredend, dass es dabei um Begegnungen mit Künstlern geht und um Erlebnisse, in denen der Sammler dem Widerhall in der Kunst nachspüren kann. Die Sammlung Federkiel schöpft aus ähnlichen Motiven, der Kunstwert ihrer Werke definiert sich ebenso kaum über traditionelle Regeln. Die Sammlerleidenschaft ihres Protagonisten Karsten Schmitz äußert sich eher leise und bescheiden, immer aber spontan und assoziativ umherschweifend. Seit Mitte der 1990er Jahre wächst eine Sammlung, in der mittlerweile über fünfzig Künstlerpositionen vertreten sind. Nevin Aladag, Benjamin Bergmann, Anna Degenkolb, Kaeseberg, Vollrad Kutscher und Olaf Nicolai gehören zu den von Schmitz forcierten Künstlern.

Halle 14, Passion des Sammelns, Teilansichten der Ausstellung. Fotos: Claus Bach
Halle 14, Passion des Sammelns, Teilansichten der Ausstellung. Fotos: Claus Bach

Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung (Halle 14): "Impulsgeber, Lückenbüßer oder Profiteure?", Gegenwartskunst aus privaten Sammlungen und die öffentliche Aufgabe des Museums, Vortrag: Hanne Zech, Kunsthistorikerin, Stellvertretende Direktorin des Neuen Museums Weserburg, Bremen, Donnerstag, 8.9.2005, 20 Uhr (im ACC Weimar am 9.11.2005). "Kunstsammler und ihre Häuser", Präsentation und Gespräch mit den Autorinnen des gleichnamigen Buches, Irene Gludowacz, München und Susanne van Hagen, Paris. Freitag, 16.9.2005, 20 Uhr. "Anhäufen als Kunst: Von Reliquienschreinen und Wunderkammern zur Objektkunst des 20. Jahrhunderts", Vortrag: Susanne Altmann, Kunsthistorikerin und Kuratorin, Dresden, Donnerstag, 29.9.2005, 20 Uhr (im ACC Weimar am 2.11.2005).

Halle 14, Passion des Sammelns, Teilansichten der Ausstellung. Fotos: Claus Bach
Halle 14, Passion des Sammelns, Teilansichten der Ausstellung. Fotos: Claus Bach

Weitere Informationen in der Zeitung "vierzehn", Ausgabe 4, April 2005, Halle 14 (http://www.federkiel.org/pdf/Lay_H14_Z4 _fertig.pdf)