ausstellung

TERRA NULLIUS

TERRA NULLIUS

TERRA NULLIUS
Zeitgenössische Kunst aus Australien
27. Januar - 22. März 2009

Eröffnung: 26. Januar 2009, 20 Uhr

Vernon AH KEE | Tony ALBERT | Richard BELL | BOAT-PEOPLE.ORG | Jon CAMPBELL | Destiny DEACON & Virginia FRASER | Julie DOWLING | Tina FIVEASH | George GITTOES | Claire HEALY & Sean CORDEIRO | Gordon HOOKEY | Dianne JONES | Mike PARR | PVI COLLECTIVE | Tony SCHWENSEN | Merran SIERAKOWSKI | SODA_JERK | SQUATSPACE | Natascha STELLMACH | Judy WATSON

Eine Ausstellung der ACC Galerie Weimar, co-kuratiert von Deborah Kelly (Sydney). Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes. Mit freundlicher Unterstützung durch das Thüringer Kultusministerium, die Stadt Weimar, die Stiftung Federkiel und den Förderkreis der ACC Galerie Weimar.

Zeitgenössische Kunst aus Australien

[english Version]

Die erste Ausstellung der ACC Galerie Weimar im Jahr 2009, TERRA NULLIUS, stellt in zahlreichen Positionen zwanzig kritische zeitgenössische Künstler und Künstlergruppen aus Australien vor. Co-kuratiert wird die Schau von der politischen Künstlerin Deborah Kelly aus Sydney. Eröffnet wurde sie am 221. Jahrestag der europäischen Invasion in Australien, dem 26.1.2009 (Australia Day). Die Ausstellung wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes und findet mit freundlicher Unterstützung durch das Thüringer Kultusministerium, die Stadt Weimar, die Stiftung Federkiel und den Förderkreis der ACC Galerie Weimar statt.

Die britische Krone deklarierte Australien einst als TERRA NULLIUS, unkultiviertes, leeres Niemandsland, das keiner anerkannten Macht untersteht und deswegen besiedelt und kolonisiert werden dürfe. Damit sprach sie den indigenen Völkern jegliches Recht auf ihr Land ab - eine Regelung, die bis 1992 ihre Gültigkeit behielt. Der Konflikt mit den indigenen Völkern ist bisher unzureichend gelöst.

Als im November 2007 der frühere Diplomat Kevin Rudd den konservativen Langzeitpremier John Howard bezwang, der die in der Bevölkerung heftig umstrittene Beteiligung am Irak-Krieg durchsetzen konnte, fand eine Ära ein Ende, der mit dem Abzug der Truppen aus dem Irak, der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls und der förmlichen Entschuldigung der australischen Regierung gegenüber den "gestohlenen Generationen" (Angehörigen indigener Völker, die als Kinder ihren Familien entrissen und in weißen Waisenheimen, Pflegefamilien und Umerziehungslagern aufgezogen wurden) eine Zeit der Veränderung, vielleicht sogar Hoffnung folgte. Ungeachtet dessen bleiben Begriffe wie die "gestohlenen Generationen", "Die Intervention" oder die "beiderseitige Verpflichtung" weiterhin politische Realität.

Kunst ist eine zivilisatorische Kraft, die physische und psychologische Grenzen negiert, das idyllische Konstrukt vom offenen Einwandererstaat der Harmonie unterwandert, politische Komplexitäten und Unstimmigkeiten in der australischen Gesellschaft hinterfragt, soziale Ausgrenzungen aufgrund religiöser und kultureller Unterschiede sowie die Vertretung der Interessen der indigenen Völker und die historische und gegenwärtige Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik untersucht.

download die Einladungskarte als pdf-Dokument

Weitere Informationen: