Ausstellungsrundgang

Tony ALBERT

TERRA NULLIUS

TERRA NULLIUS
Zeitgenössische Kunst aus Australien
27. Januar - 22. März 2009

Eröffnung: 26. Januar 2009, 20 Uhr

Vernon AH KEE | Tony ALBERT | Richard BELL | BOAT-PEOPLE.ORG | Jon CAMPBELL | Destiny DEACON & Virginia FRASER | Julie DOWLING | Tina FIVEASH | George GITTOES | Claire HEALY & Sean CORDEIRO | Gordon HOOKEY | Dianne JONES | Mike PARR | PVI COLLECTIVE | Tony SCHWENSEN | Merran SIERAKOWSKI | SODA_JERK | SQUATSPACE | Natascha STELLMACH | Judy WATSON

Eine Ausstellung der ACC Galerie Weimar, co-kuratiert von Deborah Kelly (Sydney). Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes. Mit freundlicher Unterstützung durch das Thüringer Kultusministerium, die Stadt Weimar, die Stiftung Federkiel und den Förderkreis der ACC Galerie Weimar.

Der 13. Februar 2008 ist ein historisches Datum, das sich in Australiens nationales Gedächtnis gebrannt hat. Um 7.55 Uhr morgens bot Premierminister Kevin Rudd den indigenen Australiern, allen voran den "Gestohlenen Generationen", die aufgrund der "Misshandlungen der Vergangenheit" durch die Nation und ihre Regierungen leiden mussten und weiterhin leiden, eine lang schon versprochene Entschuldigung in aller Form an. Dies war ein Tag, an dem, in den Augen vieler, das Land erwachsen wurde. Tony Albert hat diesen Überschwall an Gefühlen festgehalten. Er stellt uns einen Wald von Gesichtern gegenüber. Jedes dieser Gesichter teilt Elemente der Geschichte mit denen, die von ihrem Volk, von ihrem Land und ihrer Kultur gestohlen wurden. Jedes Gesicht repräsentiert eine falsche Identität, es sind hergestellte schwarze Gesichter, übergestülpte Identitäten, um in die weiße Gesellschaft zu passen. Tony Albert holt diese verlorenen Seelen durch den Akt der Re-Kontextualisierung zurück und verleiht ihnen im wahrsten Sinne Aboriginalität. Indem er als Aboriginal diese Artikel erwirbt, besitzt und sie der Welt erneut als "aboriginal" vorstellt, befreit er diese Identitäten. Albert fragt Australien, hinter die Fassade dieses populären historischen Unrechtsgeständnisses ("Sorry") zu schauen, auf jene zahlreichen anderen Methoden, Praktiken und Vorurteile, die zur Verachtung des zeitgenössischen indigenen Australiens beigetragen haben. Diese Entschuldigung als ein Meilenstein in Australiens Geschichte markierte bei vielen indigenen Menschen einen Punkt verhaltener Akzeptanz gegenüber der Regierung. Sie gab den indigenen Australiern etwas, was das Volk viel zu lange entbehren musste - Hoffnung.

Sorry  2009<br />Leihgabe des Künstlers und Jan Manton Art, Brisbane Sorry  2009<br />Leihgabe des Künstlers und Jan Manton Art, Brisbane