Ausstellungsrundgang

Judy WATSON

TERRA NULLIUS

TERRA NULLIUS
Zeitgenössische Kunst aus Australien
27. Januar - 22. März 2009

Eröffnung: 26. Januar 2009, 20 Uhr

Vernon AH KEE | Tony ALBERT | Richard BELL | BOAT-PEOPLE.ORG | Jon CAMPBELL | Destiny DEACON & Virginia FRASER | Julie DOWLING | Tina FIVEASH | George GITTOES | Claire HEALY & Sean CORDEIRO | Gordon HOOKEY | Dianne JONES | Mike PARR | PVI COLLECTIVE | Tony SCHWENSEN | Merran SIERAKOWSKI | SODA_JERK | SQUATSPACE | Natascha STELLMACH | Judy WATSON

Eine Ausstellung der ACC Galerie Weimar, co-kuratiert von Deborah Kelly (Sydney). Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes. Mit freundlicher Unterstützung durch das Thüringer Kultusministerium, die Stadt Weimar, die Stiftung Federkiel und den Förderkreis der ACC Galerie Weimar.

Die ergreifende Erinnerung an ihre Großmutter, Grace Isaacson, die 2007 im Alter von 94 Jahren starb, deckt Judy Watson im Künstlerbuch "under the act" (2007) auf, zu dem sie durch jene offiziellen Dokumente, Briefe und Papiere aus der ehemaligen Abteilung für die Angelegenheiten der Eingeborenen des Staates Queensland inspiriert wurde, die mit der Familie der Künstlerin im Zusammenhang stehen und jetzt im Staatsarchiv verwaltet werden. Sie betreffen ihre Urgroßmutter und Großmutter, die unter den "Aboriginal Protektions- und Restriktionsgesetzen zum Opiumverkauf" von 1897 lebten. Sie lassen auch die Kategorien "Vollblut", "Mischling", "Quadroon" (ein Viertel Aboriginal) und "Octoroon" (ein Achtel Aboriginal), wie sie Aboriginals zu jener Zeit zugeschrieben wurden, erkennen. Durch ihre Großmutter erfuhr Watson von den Zwangsumsiedlungen, die bis heute Nachwirkungen zeitigen - die Großmutter wurde ihrer Mutter weggenommen, als jene noch ein Baby war. Auch die "Ausnahmegenehmigung" jener Großmutter ist unter den Dokumenten, eine im Slang "Hundemarke" genannte Karte, die man jederzeit mit sich führen musste und die es einem gestattete, außerhalb des Reservats zu leben und arbeiten. Ebenso sind Briefe des rechtlichen Einspruchs von verschiedenen Beteiligten an die Behörden zu sehen, die aus der Zeit stammen, als Watsons Aboriginal-Großmutter und ihr weißer Großvater um Erlaubnis baten, heiraten zu dürfen. Verborgene Geschichte wird aufgedeckt, freigelegt wie eine offene Wunde, die Luft zur Heilung benötigt.

under the act  2007<br />Leihgabe der Künstlerin und der Grahame Galleries + Editions, Brisbane under the act  2007<br />Leihgabe der Künstlerin und der Grahame Galleries + Editions, Brisbane under the act  2007<br />Leihgabe der Künstlerin und der Grahame Galleries + Editions, Brisbane