Ausstellungsrundgang

Mike PARR

TERRA NULLIUS

TERRA NULLIUS
Zeitgenössische Kunst aus Australien
27. Januar - 22. März 2009

Eröffnung: 26. Januar 2009, 20 Uhr

Vernon AH KEE | Tony ALBERT | Richard BELL | BOAT-PEOPLE.ORG | Jon CAMPBELL | Destiny DEACON & Virginia FRASER | Julie DOWLING | Tina FIVEASH | George GITTOES | Claire HEALY & Sean CORDEIRO | Gordon HOOKEY | Dianne JONES | Mike PARR | PVI COLLECTIVE | Tony SCHWENSEN | Merran SIERAKOWSKI | SODA_JERK | SQUATSPACE | Natascha STELLMACH | Judy WATSON

Eine Ausstellung der ACC Galerie Weimar, co-kuratiert von Deborah Kelly (Sydney). Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes. Mit freundlicher Unterstützung durch das Thüringer Kultusministerium, die Stadt Weimar, die Stiftung Federkiel und den Förderkreis der ACC Galerie Weimar.

Anfang 2002 nähten sich inhaftierte Asylbewerber in einem abgelegenen Auffanglager die Lippen mit Zaundraht zu, um darauf aufmerksam zu machen, wie das australische Anti-Flüchtlingsgesetz sie ihrer Mündigkeit und ihrer Rechte beraubt. Der Einwanderungsminister reagierte darauf mit der Aussage, dass diese Aktion "die Sensibilität der Australier angreift". Mike Parr versuchte, sich mit seinen Performances radikal in den Protest der Asylbewerber einzufühlen, begleitet von einem großflächigen Wandtext: CLOSE THE CONCENTRATION CAMPS (SCHLIESST DIE KONZENTRATIONSLAGER). Er wollte das Publikum dazu anregen, über die Realität des australischen Einwanderungsgesetzes nachzudenken. Die Performances sollten im Kontrast dazu stehen, wie die Asylbewerber in den Medien und von den Politikern dargestellt wurden. Parr über seine Performance: "Was diese Inhaftierten sagen, ist, keiner hört auf uns, also weigern wir uns zu sprechen oder zu essen, und das sagt für mich viel über die Versorgung mit Lebensmitteln und das Recht auf Redefreiheit aus." Die Arbeit polarisierte das australische Publikum stark, einige Kritiker beklagten, Parr würde das Leiden Anderer für das Voranbringen seiner eigenen Karriere benutzen, andere lobten das Werk als eine starke politische Waffe, die voller Konfrontation ist. Parr, geboren 1945 und seit 35 Jahren Künstler, lebt in Sydney.

UnAustralian  2003<br />Leihgabe des Künstlers und der Milani Gallery, Brisbane UnAustralian  2003<br />Leihgabe des Künstlers und der Milani Gallery, Brisbane