Ausstellungsrundgang

Jon CAMPBELL

TERRA NULLIUS

TERRA NULLIUS
Zeitgenössische Kunst aus Australien
27. Januar - 22. März 2009

Eröffnung: 26. Januar 2009, 20 Uhr

Vernon AH KEE | Tony ALBERT | Richard BELL | BOAT-PEOPLE.ORG | Jon CAMPBELL | Destiny DEACON & Virginia FRASER | Julie DOWLING | Tina Fiveash | George GITTOES | Claire HEALY & Sean CORDEIRO | Gordon HOOKEY | Dianne JONES | Mike PARR | PVI COLLECTIVE | Tony SCHWENSEN | Merran SIERAKOWSKI | SODA_JERK | SQUATSPACE | Natascha STELLMACH | Judy WATSON

Eine Ausstellung der ACC Galerie Weimar, co-kuratiert von Deborah Kelly (Sydney). Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes. Mit freundlicher Unterstützung durch das Thüringer Kultusministerium, die Stadt Weimar, die Stiftung Federkiel und den Förderkreis der ACC Galerie Weimar.

Geradezu universellen Charakter trägt die Yeah-Flagge von Jon Campbell. Sie wehte auf Dächern in Neuseeland oder in Ladenfronten in Tokio, die niederländische Königin Beatrix hat die Flagge gehisst, Hunderte feuerten mit ihrer Miniaturform während der Commonwealth Games in Melbourne die letztplatzierten Marathonläufer an, eine riesige Version wurde in Museen gezeigt und als Hintergrundkulisse für Campbells Rockband Gloss Enamel verwendet. Nun schmückt sie das ACC und Tausende von "Winkelementen " stehen bzw. hängen bereit, um mit ihnen die Nachwehen des Australia Days (26.1.) zu begehen. Das "Yeah" erlaubt es uns, etwas zum Ausdruck zu bringen, was die Nationalflagge nicht vermag. Seit einem Jahrhundert (1905) als schriftlich fixiertes Wort belegt, erlebte die umgangssprachliche Version des "yes", mit dem auch das thüringische "gell" verwandt ist, erst mit seiner ersten literarischen Verwendung in dem Beatles-Song "She loves you" (1963) eine bahnbrechende Popularisierung, ganz zu schweigen von Walter Ulbrichts Reaktion auf dem 11. Plenum des ZK der SED (1965), "mit der Monotonie des Je-Je-Je" doch Schluss zu machen. Campbell, der Malerei studiert hat, ist ein Manipulator von Sprache im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Im Zusammenspiel von Sprache (Slang), Sound und Bedeutung werden Worte zu Schlagworten erhoben und wie eine Maxime, ein Spruch, ein Diktum behandelt, wenn das Wort auf Karton, Leinwand oder Fahnenstoff gemalt wird. So entsteht eine soziolinguistische Kartografie des Territoriums, in dem sich Campbell (geb. 1961, lebt in Footscray) bewegt.

Yeah flag  2006-8 Yeah flag  2005<br />Leihgabe des Künstlers, der Uplands Gallery, Melbourne und der Darren Knight Gallery, Sydney